Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2008

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Stuttgart, 27. April 2009 – Konzernergebnis 2008 trotz deutlich schlechterer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen noch positiv


1. Geschäftsverlauf

Trotz der sich bereits deutlich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte der MAHLE Konzern im Geschäftsjahr 2008 die Umsatzerlöse mit 5.014 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres halten (2007: 5.060 Millionen Euro) – allerdings nur wegen der Akquisitionen des ersten Halbjahrs, die das negative organische Wachstum weitgehend ausglichen. Damit lag die Geschäftsentwicklung des Konzerns auch 2008 über der Entwicklung des Gesamtmarkts. Umsatzsteigerungen wurden vor allem in Südamerika und der Region Asien/Pazifik erzielt. Europa und Nordamerika mussten Rückgänge hinnehmen; aufgrund der Einbeziehung des Geschäftsumfangs der ENTEC GmbH zum 1. Juli 2008 blieb der Rückgang in Deutschland mit zwei Prozent auf 1.258 Millionen Euro noch relativ moderat.

Das Vorsteuerergebnis liegt mit 85,3 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahrs (308,1 Millionen Euro), ist aber dennoch positiv. Neben den rückläufigen Umsätzen ab den Sommermonaten wirkten sich auch die Turbulenzen an den Finanz- und Devisenmärkten erheblich aus. So erhöhten sich sowohl der Zinsaufwand als auch der Rückstellungsbedarf für Währungs- und Rohstoffabsicherungen; auch die durch Fonds gedeckten Pensionspläne in den USA und Großbritannien machten erhöhte Rückstellungen notwendig.

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum Vorjahr um 166,6 Millionen auf 3.907,4 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf die im Geschäftsjahr 2008 vorgenommenen Akquisitionen zurückzuführen.

Der Finanzbedarf für Investitionen in Sachanlagen und Kaufpreiszahlungen für akquirierte Unternehmen konnte zum größeren Teil aus laufender Geschäftstätigkeit gedeckt werden. Wegen der schwächeren Ertragslage in der zweiten Jahreshälfte 2008 reichten die selbst generierten Mittel jedoch nicht aus, weshalb Bankkredite und Kreditlinien in Anspruch genommen wurden.

Ende 2008 beschäftigte MAHLE weltweit 49.262 Mitarbeiter – das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. In einigen Regionen stieg die Zahl der Beschäftigten im ersten Halbjahr hauptsächlich akquisitionsbedingt an, wohingegen in Nordamerika bereits eine deutliche Personalanpassung notwendig war. Im September 2008 wurde weltweit ein Einstellungsstopp beschlossen. Außerdem wurde damit begonnen, Mehrarbeitszeiten abzubauen und die Kapazitäten bei befristetem Personal und Leiharbeitnehmern den veränderten Bedarfen anzupassen. Zudem wurden Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und weitere länderspezifische Instrumente zur Anpassung der Personalkapazität genutzt. Trotzdem konnten die Personalquoten den deutlich verringerten Umsatzzahlen im zweiten Halbjahr und insbesondere im vierten Quartal 2008 nicht folgen. Damit einhergehende Produktivitätsverluste sind unter anderem für die schwache Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr verantwortlich.

Mitarbeiter nach Regionen

2007

2008

Europa
davon Deutschland

Nordamerika

Südamerika

Asien/Pazifik

20.314
9.185

7.325

11.649

8.589

21.480
9.284

6.788

12.090

8.904

Gesamt

47.877

49.262

2. Konzernentwicklung

In den letzten zehn Jahren stieg die Anzahl der weltweit Beschäftigen von 25.000 auf rund 49.000 und der Umsatz von 1,9 auf 5 Milliarden Euro. Wichtige Eckpunkte der Konzernentwicklung im Geschäftsjahr 2008 sind:


3. Produktinnovationen

Zahlreiche MAHLE Produktinnovationen ermöglichen die weitere Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen moderner Verbrennungsmotoren:


4. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2009

Für 2009 erwartet der MAHLE Konzern einen insgesamt deutlich schrumpfenden Markt. Ein Rückgang des Konzernumsatzes im zweistelligen Prozentbereich wird nicht vermeidbar sein, wobei insbesondere von einem schwachen ersten Halbjahr ausgegangen werden muss. Belastend werden sich auch die unvermindert fortgesetzten kostenintensiven Restrukturierungsmaßnahmen und Werkskonsolidierungen auswirken.

Dem schwachen Umsatz wird mit intensiven Kostensenkungsprogrammen und Kapazitätsanpassungen begegnet: In Deutschland wird flächendeckend das Instrument der Kurzarbeit genutzt und voraussichtlich noch weiter ausgedehnt. In anderen Regionen sind es ähnliche länderspezifische Instrumente. In Nord- und Südamerika sowie in Teilbereichen Asiens stehen weitere Personalanpassungsmaßnahmen an. Weltweit wird sich die Mitarbeiterzahl insgesamt um mehr als zehn Prozent reduzieren. Daneben werden bereits vor Monaten eingeleitete umfangreiche Maßnahmen zur Sachkostenreduzierung dazu beitragen, das Absinken des Ertragsniveaus zu dämpfen. Zudem bietet die kurzfristig verschlankte Konzernstruktur ein erhebliches Kosteneinsparpotenzial.

Im ersten Halbjahr 2009 wird das Konzernergebnis negativ sein. Die eingeleiteten vielfältigen Restrukturierungs- und Konsolidierungsmaßnahmen sollten aber dazu führen, dass im zweiten Halbjahr der Break Even wieder erreicht werden wird. Kommt es im Lauf der zweiten Jahreshälfte 2009 nicht zu einer deutlichen Marktbelebung, werden über die bereits geplanten Restrukturierungsmaßnahmen hinaus weitere Anpassungen notwendig werden.