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Arnd Franz, Geschäftsführer MAHLE Aftermarket
Arnd Franz, Geschäftsführer MAHLE Aftermarket

seit einigen Jahren schon beschäftigt sich MAHLE mit Zukunftstechnologien für aufgeladene Motoren. Im Rahmen der Frankfurter IAA 2007 stellte MAHLE bereits die ersten selbst entwickelten Turbolader für Otto- und Dieselmotoren sowie einen aufgeladenen Komplettmotor als Demonstrator für Zukunftstechnologien vor. Mit Gründung von Bosch Mahle Turbo Systems bringen mit MAHLE und Bosch nun zwei der führenden Systempartner der Automobilindustrie ihre Fertigungs- und Entwicklungskompetenzen in ihr Gemeinschaftsunternehmen für Turbolader ein.

Aufgrund der zunehmenden Ausrüstungsquote insbesondere im Pkw-Bereich entwickelt sich die Nachfrage nach Turboladern auch im Aftermarket nach oben. Nachdem beim Diesel der Turbolader aus motorischen Antrieben kaum mehr wegzudenken ist, werden auchmoderne Ottomotoren kaum mehr als Saugmotoren ausgeliefert. Der Turbolader gehört zur Grundausstattung auch bei den Basismotorisierungen aller Fahrzeugklassen.

Mit der zunehmenden Popularität haben sich auch die technischen Eigenschaften der eingesetzten Lader in den letzten Jahren grundlegend weiterentwickelt. Die enormen thermodynamischen Anforderungen an dieses Produkt sowie sein Einsatz über immer umfangreichere Drehzahlbereiche haben zu Lösungen wie dem Wastegate-Lader oder der variablen Turbinengeometrie geführt. Dabei hat auch die verwendete Werkstofftechnik erhebliche Fortschritte gemacht.

Die unterschiedlichen und zum Teil harten Anforderungen im Fahrbetrieb führen aber nach wie vor zu einer durchaus unterschiedlichen Lebenserwartung heute verbauter Lader. Hinzu kommen in vielen Fällen mangelnde Wartung, die bei unregelmäßigem Öl- oder Filterwechsel zu zusätzlichen Belastungen der empfindlichen Turboladerkomponenten und vorzeitigem Ausfall führen. Trotz erheblichen Fortschritten in der Turboladertechnologie bleibt deshalb die Reparatur- und Austauschquote auf einem für Motorenbauteile hohen Stand.

Gleichzeitig wird ein Großteil der heutigen – überwiegend neuen – Tauschlader in Vertragswerkstätten ersetzt. Hier gibt es erhebliche Wachstumspotenziale für den Independent Aftermarket. MAHLE wird deshalb in diesem Jahr mit dem Aufbau eines Turboladerprogramms in der bekannten MAHLE Qualität beginnen. In dieses Programm fließen der Erfahrungsschatz unserer jahrelangen Entwicklungsarbeit sowie die Ergebnisse unserer technischen Analysen aus dem Reparaturgeschäft in allen wichtigen Weltmärkten ein.

Als begleitende Maßnahmen zu unserem Sortimentsaufbau bieten wir umfangreiche Unterlagen und Aktivitäten wie Reparaturanleitungen, technische Schulungen und auch die erforderlichen kompletten Anbausätze an, um eine fachgerechte und dauerhafte Reparatur der Motoren zu gewährleisten. Da für die Langlebigkeit des Turboladers auch die Filterqualität eine große Rolle spielt – und wir von der Qualität unserer Produktpalette überzeugt sind – wird für MAHLE Turbolader eine erweiterte Gewährleistung angeboten, wenn sie zusammen mit Filtern von MAHLE verbaut werden.

Wir sind uns sicher: Mit MAHLE Turboladern bieten wir unseren Kunden in Handel und Werkstatt ein Produkt mit guten Wachstumschancen, das unser bisheriges Programm in hervorragender Weise ergänzt. Unsere Teams in Verkauf und technischem Service stehen Ihnen in allen Fragen zu MAHLE Turboladern mit Rat und Tat zur Seite.

Der Ausbau unseres Produktprogramms geht einher mit der ständigen Erweiterung unserer Logistikfähigkeiten. Nach der Inbetriebnahme unserer Regionalläger für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen (Krotoszyn, 2006), für Nord-, Westund Zentralafrika (Poissy, 2007) sowie West- und Zentralasien (Izmir, 2008) haben wir in 2009 unser europäisches Zentrallager in Schorndorf deutlich ausgebaut und an die sich verändernden Marktanforderungen angepasst.

Unser Lager für Filterprodukte in Schorndorf haben wir um 4.000 Quadratmeter erweitert. Außerdem entstand ein zentrales Auslieferungsterminal, das gemeinsame Lieferungen aus dem gesamten MAHLE Aftermarket Sortiment in einer Sendung je Anlieferstelle bündelt. Zusätzlich wird ein Großteil der Vollpalettenlagerung zukünftig im entstehenden neuen Hochregallager in St. Michael/Österreich mit einer Gesamtkapazität von Zehntausenden von Stellplätzen vorgenommen.

Mit diesen Maßnahmen passt MAHLE die Logistikkapazitäten an das erweiterte Geschäftsvolumen an und setzt weiter auf Wachstum im Aftermarket. Gerade die logistischen Fähigkeiten stellen nach wie vor eine der wichtigen Vorteile für den Independent Aftermarket dar. Gleichzeitig sind sie auch eine der großen Herausforderungen. Denn auch in den nächsten Jahren wird die Variantenzahl bei Ersatzteilen weiter stark steigen – und auch der zu versorgende Fahrzeugpark wird nach Bewältigung der gegenwärtigen Absatzkrise wieder ansteigen. Darauf haben wir uns bei MAHLE vorbereitet.

Ihr
Arnd Franz

 

 

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