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Kolbenbodenkennzeichnungen: Der Kolbenboden lässt tief blicken (2/2005)
Die verschiedenen Kolbenbodenkennzeich-nungen und was sie bedeuten:
Betrachtet man einen MAHLE Kolben, fallen insbeson-dere die Kennzeichnungen am Kolbenboden auf. Neben den Maß- und Spielangaben befinden sich auf den meisten Kolben zusätzlich noch Hinweise über die Einbaurichtung. Die Kennzeichnung der Einbaurichtung wird nach den Vorgaben unserer Serienkunden – der Motorenhersteller – auf den Kolben angebracht. Viele Kunden – das bedeutet auch viele Wünsche und Vorgaben bei der Kolbenkennzeichnung. Entsprechend mögen dem Betrachter die verschiedenen Bezeich-nungen wie ägyptische Hieroglyphen vorkommen.

Daher für Sie zunächst einmal eine Übersicht der wichtigsten Kennzeichnungen und deren Bedeutung:

Tabelle MAHLE Kennzeichen

Warum muss die Einbaurichtung von Kolben beachtet werden?
Kolben mit asymmetrischer Bodenform oder Kolben, bei denen unterschiedlich große Ventiltaschen im Kolbenboden eingearbeitet wurden, können nur in einer bestimmten Richtung in den Motor eingebaut werden. Bei Kolben, deren Verbrennungsmulden sich nicht genau in der Mitte des Kolbenbodens befinden, muss der Kolben ebenfalls eine festgelegte Einbaurichtung haben.

Es gibt aber auch Kolben, die vollkommen symmetrisch aussehen und beispiels-weise einen ebenen Kolbenboden haben. Selbst bei diesen Kolben kann es jedoch erforderlich sein, eine bestimmte Einbaurichtung zu beachten. Grund dafür ist die so genannte „Desachsierung“. Das bedeutet, der Kolbenbolzen ist nicht genau in der Mitte des Kolbens, sondern etwas seitlich versetzt. Mit dem bloßen Auge ist dies nicht immer zu erkennen, da die Desachsierung – je nach Konstruktion – zum Teil weniger als einen Millimeter beträgt.


Warum wird die Nabenbohrung bei den meisten Kolben desachsiert?
Durch die Rotation der Kurbelwelle ist die Stellung der Pleuelstange in den meisten Positionen schräg. Daher wird der Kolben bei der Aufwärtsbewegung gegen eine Seite der Zylinderbohrung gedrückt. Am oberen Totpunkt des Kolbens steht die Pleuelstange genau senkrecht, danach beginnt sie, sich in die andere Richtung schräg zu stellen. Also wechselt auch der Kolben die Anlageseite in der Zylinderbohrung. Damit der Kolben möglichst lautlos und weich auf der gegenüberliegenden Seite ankommt, ist die Kolbenbolzenbohrung seitlich ein wenig versetzt. Dadurch erreichen wir, dass sich der Kolben während des Anlagewechsels etwas um die Bolzenachse kippt. So trifft der Kolben nicht mit der gesamten Kolbenlänge in der Zylinderbohrung auf, sondern berührt die Zylinderwand zuerst nur mit dem unteren Schaftende – und legt sich dann gleitend an. Das reduziert nicht nur die Geräuschbildung des Motors, auch die mechanischen Belastungen der Bauteile werden dadurch deutlich verringert.

In der Regel wird die Nabenbohrung in Richtung der Kolben-Druckseite desachsiert. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Es gibt auch Kolben, die zur anderen Seite hin desachsiert sind – der Effekt ist jedoch der gleiche.

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