Ägypten – ein Land mit 70 Millionen Einwohnern und einem Bevölkerungs-
wachstum von 2 % – befindet sich mitten im Transformationsprozess von der gelenkten Staatswirtschaft zur Marktwirtschaft. Entsprechend positiv sind die Chancen für einen wirtschaftlichen Aufschwung: So exportierte beispielsweise allein Deutschland 2003 Güter und Waren im Gesamtwert von rund 1,3 Mrd. Euro – und im 1. Halbjahr 2004 konnten die deutschen Exporte gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 13 % gesteigert werden. Somit ist Ägypten allein für Deutschland zum drittwichtigsten Handelspartner des arabischen Raums avanciert (nach Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten) – und die Europäische Union ist der größte Handelspartner Ägyptens. Das aktuelle, zum 1.6.2004 in Kraft getretene Assoziationsabkommen zwischen der EU und Ägypten enthält Regelungen zum politischen Dialog, zur Integration von Handel und Wirtschaft und zur sozialen und kulturellen Kooperation – mit dem Ziel, innerhalb von 12 Jahren einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu schaffen.
Jedoch: Schon geraume Zeit, bevor der offizielle Dialog zwischen der EU und Ägypten begann, entstand eine intensive Geschäftsbeziehung zwischen MAHLE und der in Kairo ansässigen Handelsfirma Orfali. Genauer gesagt: vor 40 Jahren. Anlass für
MAHLE Aftermarket news, den Dialog mit dem ägyptischen MAHLE Handelspartner der ersten Stunde zu suchen: Ibrahim El Orfali, dem Inhaber der „El Masria Trading & Industry“ in Kairo.

MAHLE Aftermarket news: Herr Orfali, wie kam der Kontakt mit MAHLE zustande?
Ibrahim El Orfali: Es war 1965 – als ich bei einem Freund zu Gast war und dort eine Delegation von MAHLE traf. Man kam ins Gespräch … und schnell wurde klar, dass MAHLE jemanden sucht, der die Produkte in Ägypten vermarkten kann. Zu der Zeit fand ein Umbruch im ägyptischen Markt statt. Es gab Beschränkungen bei der Einfuhr und im Zahlungsverkehr. Auch war es Privatleuten bislang nicht erlaubt, als Handelsvertreter zu arbeiten – dies war ein Privileg des Staats.
MAHLE Aftermarket news: Dennoch nahmen Sie das Angebot von MAHLE an …
Ibrahim El Orfali: Ja, und wir waren von Anfang an sehr erfolgreich, zum einen sicherlich dank meiner Kontakte im Staatssektor, zum anderen aber hat natürlich die Qualität der MAHLE Produkte überzeugt.
MAHLE Aftermarket news: Und wie ging es dann weiter?
Ibrahim El Orfali: Nun, der echte Durchbruch im ägyptischen Markt kam nach dem Krieg im Jahr 1973. Im Zuge der Privatisierung wurde der Handel gefördert und viele der früheren Importrestriktionen wurden gelockert. Damals beschloss ich, mein eigenes Unternehmen namens „Ibrahim El Orfali“ zu gründen. Übrigens war der erste Vertrag, den ich abschloss, der mit MAHLE. Nun war ich offizieller ägyptischer Handelsvertreter. Schnell hatte mein Unternehmen einen guten Ruf im hiesigen Automobilsektor, was weitere Vertretungen aus Deutschland und England nach sich zog.
Durch den boomenden Markt weiteten sich die Geschäfte immer mehr aus. 1994 traten meine beiden Söhne Amr und Tarek in das Unternehmen ein und wir gründeten „El Masria Trading & Industry“. Und wieder war MAHLE das erste Unternehmen, das uns in dieser Übergangsphase unterstützte, gefolgt von anderen Marken.
MAHLE Aftermarket news: Und dann haben Sie angefangen, selbst zu importieren?
Ibrahim El Orfali: Genau. Damit haben wir noch einmal Neuland betreten. Und wieder sind wir mit Hilfe von MAHLE erfolgreich geworden. Heute repräsentieren wir fast den kompletten MAHLE Aftermarket mit den Marken MAHLE Original, MAHLE Filter, Knecht und Metal Leve. In unserem Unternehmen arbeiten nun 9 Angestellte – verteilt auf verschiedene Bereiche.
MAHLE Aftermarket news: Vierzig Jahre aktiv im ägyptischen Autoteilemarkt. Was ist Ihr Resümee?
Ibrahim El Orfali: Nun, ich denke, wir haben eine rasante Entwicklung hinter uns. Schauen wir uns nur einmal den Einfluss der Kommunikationsmedien auf die Geschwindigkeit an, mit der heute Geschäfte getätigt werden. Musste man früher Briefe schreiben und 3 bis 4 Wochen auf eine Antwort warten, später dann zumindest Telexe verfassen – so ist heute, mit Fax und E-Mail, eine unglaubliche Veränderung eingetreten. Alle Kunden wollen ihre Antwort schon „gestern“. Und natürlich auch die Ware. Aber dank unserer verlässlichen Lieferanten ist das alles kein Problem. So schauen wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf eine weitere Intensivierung unserer Partnerschaft mit MAHLE.
MAHLE Aftermarket news: Dem können wir uns nur anschließen … und bedanken uns für das interessante Gespräch.