MIM – diese drei Buchstaben sind in und um Magdeburg der Inbegriff für kompetente Motoreninstandsetzung. Das erfolgreiche Unternehmen entstand 1990 aus der in den 50er-Jahren gegründeten „Produktionsgesellschaft des Handwerks“ (PGH), die sich schwerpunktmäßig neben Autoreparaturen und Kühlerbau mit der Instandsetzung für Dieselmotoren beschäftigte. Nach der Wende und anschließenden Privatisierung dehnte das agile Unternehmen unter seinem jetzigen Namen das Leistungsspektrum auf die Instandsetzung aller Fahrzeugmotoren aus. Überdies bietet es Reparaturen von Kfz-Komponenten an. MAHLE Aftermarket news fragte MIM-Geschäftsführer Bernd Gesien und seinen Werkstattmeister René Herrmann nach dem Geheimnis ihres Erfolges.

MAHLE Aftermarket news: Herr Gesien, Herr Herrmann, volle Auftragsbücher in Zeiten wirtschaftlicher Zurückhaltung – wie macht man das?
Bernd Gesien: Wie „man“ das macht, dafür gibt es sicherlich kein Patentrezept. Wir haben uns unsere Position am Markt in den vergangenen knapp 15 Jahren hart erarbeitet. Wichtig war uns dabei, unser Angebotsspektrum nachfrageorien-tiert zu erweitern. Das heißt: Der Kunde kriegt von uns das, was er braucht. Unsere Wurzeln liegen in der Instandsetzung von Dieselmotoren – und zwischenzeitlich ist unser 11-köpfiges Team in der Lage, nahezu jeden Motor instand zu setzen, ganz gleich, ob Diesel, Gas oder Benziner, ob klein oder groß, ob Deutscher, Franzose oder Japaner.
MAHLE Aftermarket news: Sogar Schiffsmotoren setzen Sie instand …
René Herrmann: (grinst) Wir haben nun mal nah am Wasser gebaut – Magdeburg liegt schließlich an der Elbe und am Mittellandkanal. So war es nur eine Frage der Zeit, unsere Leistung auch in dieser Richtung auszuweiten. Hauptumsatzträger des Motoreninstandsetzungsbetriebes ist nun mal der Dieselmotor. Und da darf man eben auch vor den ganz großen keine Angst haben. Ob das nun zu Lande der Dreißigtonner oder zu Wasser der 500-PS-Schiffsmotor ist.
MAHLE Aftermarket news: Neben der klassischen Motoreninstandsetzung haben Sie aber noch einen weiteren Stützpfeiler.
René Herrmann: Ja, wir haben Vertretungen von Perkins, Kubota, und Delphi-Einspritzsystemen. Außerdem sind wir Bosch-Werkstattpartner. Durch dieses breite Angebot können wir unseren Kunden ein lückenloses Instandsetzungs-programm bieten.
MAHLE Aftermarket news: Vom Kolbenschleifer zum Elektroniker?
Bernd Gesien: Nun, die Motoreninstandsetzung ist unser Basisgeschäft. Aber es ist ganz klar, der Kunde, ob privat oder geschäftlich, erwartet heute umfassenden Service und dieses gewisse Etwas mehr an Leistungsbereitschaft. Schließlich gilt auch in der Instandsetzung: Stillstand ist Rückschritt.
MAHLE Aftermarket news: Neben der klassischen Motoreninstandsetzung und Generalüberholung bieten Sie auch preiswerte Teil-Instandsetzungen an …
René Herrmann: Es ist nun mal eine Tatsache: Die Privathaushalte haben momentan einfach nur begrenzte Etats zur Verfügung. Das zieht sich durch. Wer früher ein neues Auto gekauft hat, lässt jetzt seinen Motor generalüberholen. Und wer früher seinen Motor komplett instand setzen ließ, ist heute dankbar, wenn es – je nach Zustand der Motorenteile – auch Teillösungen gibt, die preiswerter umzusetzen sind. Warum sollten wir uns vor dieser Marktentwicklung verschließen?
MAHLE Aftermarket news: Wenn wir über Geld reden – um optimale Arbeitsqualität zu bieten, sind seitens des Motoreninstandsetzers auch Investitionen nötig …
Bernd Gesien: Natürlich, man muss immer wieder Geld in die Hand nehmen, neue Bearbeitungsmaschinen anschaffen, neue Diagnosegeräte, die Mitarbeiter auf Schulungen schicken. Unserer Erfahrung nach aber zahlen sich solche Investitionen schnell aus – durch zufriedene Kunden, die entsprechende Mund-zu-Mund-Propaganda machen … und dadurch wieder neue Kunden bringen. So konnten wir in den letzten Jahren unseren Aktionsradius erweitern und bedienen nun Privat- und Geschäftskunden im Umkreis von rund 70 km.
MAHLE Aftermarket news: Die wirtschaftliche Lage, der Wettbewerb, der Preisverfall und die Geldknappheit sind der Hauptgrund, weshalb wir immer wieder feststellen, dass der eine oder andere Instandsetzer geneigt ist, billige Nachbauten, die nicht der Erstausrüstungsqualität entsprechen, einzukaufen und zu verbauen. Wie stehen Sie dazu?
Bernd Gesien: Was habe ich davon, wenn ich einem Kunden Motorenteile einbaue, von denen ich überhaupt nicht weiß, wie lange sie halten? Die Generation der aktuellen Motoren, oder sagen wir besser Kraftpakete, ist so anspruchsvoll – da reicht die Schwachstelle eines einzigen Teilstücks, um das gesamte Paket in Mitleidenschaft zu ziehen. Wir wären falsch beraten, wenn wir an diesem zentralen Punkt unserer Qualität Kompromisse machen würden. Insofern: ein unbedingtes Ja zu kompromissloser Qualität – und ein klares Nein zu Billig-Nachbauten. Deshalb arbeiten wir ja auch mit MAHLE Kolben, Kolbenringsätzen, Zylinderlaufbuchsen, Gleitlagern und Ventilen.
MAHLE Aftermarket news: Apropos: Arbeiten Sie auch mit MAHLE Filtern?
René Herrmann: Da, wie Sie ja sicherlich selbst wissen, Laufruhe und Langlebigkeit des Motors maßgeblich von den Filtern abhängen, die Ansaugluft, Kraftstoff und Öl reinigen – sehen wir so aus, als würden wir hier Kompromisse machen und irgendwelche Billigfilter einsetzen?
MAHLE Aftermarket news: Das ist ein Wort. Herr Gesien, Herr Herrmann, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.