
Der niederländische Großhändler Havam hat die Zeichen erkannt – und reagiert auf den immer schneller werdenden Markt mit einem ausgeklügelten Logistiksystem.
Havam ist Handelspartner für MAHLE Filter und Motorenteile. Das Unternehmen wurde 1946 in Venlo/Niederlande gegründet, wo sich bis heute der Hauptsitz befindet. Daneben bestehen Niederlassungen in Rotterdam und Hoogeveen. Aus dem anfänglichen 2-Mann-Betrieb entwickelte sich eine Mannschaft mit heute 140 Mitarbeitern. Die Zusammenarbeit mit MAHLE begann in den 60er-Jahren: Damals begann Havam, seine niederländischen Kunden mit Kolben und Filtern aus Deutschland zu beliefern. Im Laufe der Jahre wurde das Motorenteile-Sortiment um Zylinderlaufbuchsen, Kolbenringe, Gleitlager und Ventiltriebkomponenten erweitert – mit Erfolg: Heute ist Havam im Großhandelsbereich wichtigster Anbieter der Niederlande.
 | Anton Weber, Geschäftsführer von Havam, stand MAHLE Aftermarket news Rede und Antwort. |
MAHLE Aftermarket news: Herr Weber, zuallererst: Was bedeutet Havam?
Anton Weber: Havam steht für „Heeft Alles Voor Alle Motoren“ – also: „Wir haben alles für alle Motoren“. Denn wir führen für jede unserer Produktgruppen (Pkw-, Lkw-, Schiffs-, Industrie- und Wehr-Technik) das komplette Sortiment an Filtern und Motorenteilen. Und nirgendwo sonst in den Niederlanden können Handelsbetriebe und Werkstätten auf ein derart komplettes Programm aus Motorenteilen, Verschleißteilen, Handwerkzeugen, Werkstattausrüstung und Universalprodukten zurückgreifen.
MAHLE Aftermarket news: Ihre Kunden kommen demnach nicht nur aus dem Automobilsektor. Wer wird darüber hinaus von Havam beliefert?
Anton Weber: Natürlich zählt die Automobilindustrie zu unseren wichtigsten Kunden. Doch was uns eine Schlüsselposition auf dem Markt sichert, sind unsere weiteren Abnehmer: Wir beliefern auch Großhändler im Agrar- und Schiffs-bereich, Motoreninstandsetzungs- und Industrie- sowie Kommunalbetriebe, die Eisenbahn und das Heer.
MAHLE Aftermarket news: Analysten sprechen momentan von einer Erho-lungsphase der niederländischen Wirtschaft, nachdem diese 2003 einen Einbruch mit einem Minuswachstum (-0,1 %) erlitten hat. Das Wirtschaftswachstum 2005 betrug lediglich 0,9 % – im letzten Quartal des Jahres immerhin 1,6 %. Welche Auswirkungen hat diese wirtschaftlich sehr schwere Zeit für Havam – und was haben Sie unternommen, um Ihre Stellung als bedeutendster Anbieter im Großhandelsbereich zu behaupten?
Anton Weber: Die Bedingungen auf dem niederländischen Markt haben sich in der Tat sehr verschärft – der Wettbewerbsdruck ist enorm und macht natürlich auch vor dem Ersatzteilemarkt nicht Halt. Die Menschen geben nicht mehr unbedacht Geld aus. Sie wollen beste Qualität zu einem fairen Preis, verbunden mit angemessenem Service. Und – besonders wichtig – einer schnellen Lieferung. In puncto Qualität haben wir noch nie Kompromisse gemacht: Wir führen überwiegend Original-Teile von Weltklasse-Herstellern wie MAHLE, Sachs, Textar, Goetze, Behr, Beru und Walker. Und liefern diese schnell und zuverlässig.
MAHLE Aftermarket news: Dann ist auch Ihre neu organisierte Logistik eine Reaktion auf den Wettbewerbsdruck?
Anton Weber: Selbstverständlich. Denn wie gesagt: Nur wer schnell ist, macht guten Umsatz. Seit 2006 bietet Havam deshalb den so genannten PitStop an: Wir beliefern die Automobil-Großhändler über Nacht und 2-mal täglich zu festen, vorab vereinbarten Lieferzeiten. Möglich macht dies ein neues Logistikprogramm, von dem alle nachfolgenden Handelsstufen profitieren. Durch die derart gestiegene Teileverfügbarkeit bei den Händlern erreichen diese bei Ihren Kunden Zuwachsraten von bis zu 15 %, was sich auch positiv in unseren Auftragsbüchern niederschlägt.
MAHLE Aftermarket news: Seit 2005 kooperiert Havam eng mit anderen Unternehmen. Was versprechen Sie sich von dieser Fusion?
Anton Weber: Durch den Zusammenschluss mit Interpieces, Nipparts und der van-Heck-Gruppe zur Sator-Gruppe behaupten wir unsere führende Position im Motorenteile- und Industriefilterbereich und bauen sie weiter aus. Durch diese Neustrukturierung intensivieren wir die Nähe zu unseren Kunden. Und steigern unsere Marktpräsenz. In einem sich laufend verändernden Markt – wie dem unseren – muss man schließlich flexibel sein, wenn man dauerhaft erfolgreich bleiben will. Und was uns natürlich sehr entgegenkommt, sind die Synergie-effekte, die dieser Zusammenschluss mit sich bringt. Das einheitliche Logistik-system ist hier nur ein Beispiel. Wir denken, hier sind wir für die Zukunft bestens aufgestellt.
MAHLE Aftermarket news: Schöne Aussichten für den niederländischen Teile- und Reparaturmarkt. Und natürlich freut es uns, dass wir mit unserem Produktprogramm unsere Teile dazu beitragen dürfen … Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für das Gespräch.