
Der Nfz-Markt boomt. Davon profitiert auch der Umsatz mit Innenraum-luftfiltern für Lastkraftwagen, Transporter und Baustellenfahrzeuge. Denn zwischenzeitlich ist eine Klimaanlage mit entsprechender Filter-ausstattung praktisch Standard. Allerdings: Wird das Fahrzeug mit einem zugesetzten Innenraumluftfilter betrieben, kann dies fatale Folgen für die Heizung und Klimaanlage haben. Die von den Fahrzeugherstellern empfohlenen Wechselintervalle sind daher unbedingt einzuhalten. Faustregel: etwa alle 12.000 bis 15.000 km. Das bedeutet bei einem Lkw mit einer Jahresfahrleistung von 250.000 km: spätestens alle 3 Wochen.
Waren vor einigen Jahren lediglich Pkw mit Innenraumluftfiltern ausgestattet, fährt heute praktisch kein Nutzfahrzeug mehr ohne einen Filter, der den Fahrer im Fahrerhaus vor dem Eindringen von verschmutzter Luft schützt. Und das ist auch gut so. Schließlich wäre der Fahrer in seiner Kabine ohne Innenraumluftfilter einer Schadstoffkonzentration ausgesetzt, die um das 6fache höher ist als die am Straßenrand. Grund hierfür ist hauptsächlich der sogenannte Tunneleffekt, bei dem die Abgase vorausfahrender Fahrzeuge direkt in den Fahrzeuginnenraum gezogen werden. Aber auch Reizgase wie Ozon, giftige Gase wie Düngemittel, Dieselruß und andere Belastungen wie Pollen und lästige Gerüche würden ohne Innenraumluftfilter direkt in die Kabine gelangen. MAHLE Filter und Knecht Innenraumluftfilter sind sowohl als Partikel- wie auch als Kombifilter erhältlich. Partikelfilter schützen vor Feinstaub, aber auch vor Pollen, Industriestäuben und anderen kleinsten lungengängigen Partikeln. Aktivkohlefilter absorbieren überdies Gerüche und Gase und bauen bis zu 99 % des Ozons ab.
SO IST EIN INNENRAUMLUFTFILTER MIT AKTIVKOHLE AUFGEBAUT
Zwischen zwei Vliesschichten ist spezielles Aktivkohlegranulat flächig aufgebracht. In die Poren der Aktivkohle werden die unangenehmen Gerüche eingelagert. Aktivkohle besteht überwiegend aus Kohlenstoff (meist > 90 %) mit stark poröser Struktur. Die Poren sind wie bei einem Schwamm untereinander verbunden. 2 g Aktivkohle entsprechen ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes. Ein mit ca. 200 g Kohle bestückter Standardfilter verfügt also über eine Filterfläche von ca. 100 Fußballfeldern.
NFZ-INNENRAUMLUFTFILTER: AUCH FÜRS GROBE
Im Gegensatz zum Pkw werden Nutzfahrzeuge häufig in staubreichen Arealen wie Baustellen betrieben – ihre Innenraumluftfilter müssen daher nicht nur kleinste Partikel aus dem Fahrgastraum fernhalten, sondern auch Grobstaub eliminieren. Allerdings: Je feiner gefiltert wird, desto mehr Schmutz wird abgeschieden – und umso schneller ist die Staubaufnahmekapazität erschöpft. Aufgabe der Entwick-lungsingenieure ist es, die geforderte feine Abscheidung mit einer langen Lebensdauer zu verbinden. Im Falle einer extrem hohen Grobstaubbelastung, wie sie beispielsweise auf einer Baustelle oder in einem Steinbruch herrscht, muss der Filter entsprechend oft getauscht werden – oder es muss die Möglichkeit bestehen, ihn zu reinigen. Im Falle des LA 43 fiel bei der Entwicklung die Entscheidung zugunsten des Reinigens.

Das Vlies des LA 43 wird beidseitig durch ein Gitter geschützt und gestützt.
BEI EXTREMEN GROBSTAUB-BELASTUNGEN: DER AUSKLOPFBARE MAHLE FILTER
Je stärker der Verschmutzungsgrad der Umgebungsluft, umso schneller setzt sich der Filter zu. In einem besonders staubigen Umfeld kann der Innenraumluftfilter in wenigen Stunden so verschmutzen, dass der Betrieb der Lüftungsanlage praktisch zum Erliegen kommt. Für diese Extremsituationen hat MAHLE in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz den ausklopfbaren Filtereinsatz LA 43 entwickelt, der ab Werk in Baustellenfahrzeugen der Modellreihen Actros und Actros II verbaut ist.
Um dem bei extremer Staubbelastung mehrfach am Tag anfallenden Reinigungs-prozess standzuhalten, wurde die Konstruktion des Filters modifiziert. Rein äußerlich unterscheidet sich der Spezialfilter von den übrigen MAHLE Innenraum-luftfiltern durch die deutlich robustere Ausführung mit stabilen Aluminiumseiten-leisten und massiven Endleisten aus Kunststoff. Die optimale Abdichtung wird durch ein sogenanntes Schwert in der Endfalte des Vlieses sowie eine rundum laufende Schaumstoffdichtung erreicht. Ein beidseitiges Gitter aus korrosions-beständigem Metalldraht stützt und schützt das Filtervlies. Das Filtermedium selbst besteht aus einem synthetischen Filtervlies, das in diesem Fall für ein deutlich höheres Staubaufnahmevolumen ausgelegt ist.

Der LA 43: robuste Ausführung mit Seitenleisten aus Kunststoff (1) und Aluminium (2) sowie rundum laufende Schaumstoffdichtung (3).
DIE WARTUNGSINTERVALLE: NUR ANHALTSPUNKTE
Der Innenraumluftfilter wird im Fahrzeug zumeist vor der Heizungs- bzw. Klima-anlage verbaut, wo die verschmutzte Außenluft angesaugt und gereinigt in den Innenraum geblasen wird – in optimalem Filterzustand sind das bis zu 150 l Luft pro Sekunde. Bei zugesetztem Filter verringert sich die Luftmenge. Signifikant bemerkbar wird dies, wenn trotz auf Maximum eingestellter Gebläseleistung nur eine begrenzte Luftmenge im Fahrgastraum ankommt. (Im Zweifelsfall hilft auch ein Blick direkt auf den Filter.) Ist der Innenraumluftfilter zugesetzt, ist es – unabhängig von den seit dem letzten Filterwechsel zurückgelegten Kilometern – höchste Zeit, ihn zu wechseln bzw. im Falle des LA 43 zu reinigen. Unterbleibt diese Maßnahme, drohen teure Folgeschäden an Heizungs- bzw. Klimaanlage.
Die Prozedur des Reinigens kann im Falle des LA 43 bis zu 80 Mal wiederholt wer-den. Tests in Labor und Praxis haben ergeben, dass selbst nach 80 Reinigungen (Ausklopfen und Ausblasen) die Anfangswerte des Neufilters nahezu wieder erreicht werden. Anschließend sollte der Filter allerdings ausgetauscht werden, da sich seine Leistungswerte rapide zu verringern drohen.
GUT ABGEKLOPFT: TIPPS FÜR DIE REINIGUNG DES LA 43 Vorreinigung: Ausklopfen auf einer ebenen Fläche löst den sich größtenteils auf der Rohseite befindenden Schmutz.  Wie bei jedem Filter ist auch beim LA 43 die Einbaurichtung wichtig.
Hauptreinigung: Ist Druckluft zum Reinigen verfügbar, kann der Filter anschließend ausgeblasen werden. Das Ausblasen sollte jedoch immer von der Reinseite aus, also entgegen der Pfeilrichtung auf der Außenleiste (siehe Bild), erfolgen – ansonsten werden die Staubteilchen durch das Material geblasen, was zu einem starken Einbruch des Abscheidegrads insbesondere für kleine Teilchen führt und den Filter unbrauchbar macht. Wichtig ist auch die Wahl des Luftdrucks: Um die lange Lebensdauer des Filters zu erhalten und um Beschädigungen zu vermeiden, sollte hier nicht mit dem in Werkstätten üblichen Luftdruck gearbeitet werden. Weniger ist hier mehr, vor allen Dingen im Hinblick auf die Lebensdauer. Das heißt: mit der Druckluftdüse nicht zu dicht an den Filter, sondern aus einem Abstand von ca. 10–15 cm den Filter äußerst vorsichtig mit möglichst geringem Luftdruck (max. 0,5 bar) ausblasen. Gibt es unterwegs keine Möglichkeit der Druckluftreinigung, ist es völlig ausreichend, den Filter nur auszuklopfen und bei nächster Gelegenheit wie oben beschrieben mit Druckluft zu reinigen. Beim Wiedereinsetzen sollte auf die korrekte Einbaurichtung geachtet werden – erkennbar an den Pfeilen auf der Seitenleiste. Hinweis: Der ausklopfbare Filter ist zwar robust ausgelegt, sollte jedoch vor jedem Wiedereinsetzen auf eventuelle Beschädigung untersucht und im Zweifelsfall ausgetauscht werden. |