
Was haben ein Liebherr Bagger der A/R Serie, ein MAN Lkw 20.225 und ein Mercedes-Benz Bus O550 Integro gemeinsam? Einen ganz bestimmten Kraftstoff-Wechselfilter: den KC 102. Was ist so besonders an dem Filter, der laut aktuellem Katalog für sage und schreibe 736 Anwendungen gelistet ist? Und wieso wird er bei MAN Fahrzeugen so oft im Doppel mit dem KC 102/1 verbaut? ECHTE TEAMARBEIT: EINER HEIZT, EINER KÜMMERT SICH UMS WASSER Die beiden Filter teilen sich die Aufgabe der Kraftstofffiltration im Nutzfahrzeug. Dabei ist der eine, der KC 102/1 (im Bild links), mit einer Heizung ausgestattet, die das gefürchtete Versulzen des Dieselkraftstoffs bei niedrigen Außentemperaturen verhindert. Das Heizelement braucht jedoch nach unten Platz. Demzufolge entschieden sich die Konstrukteure, die Wasserabscheidung und den Wasserablass zu delegieren – an den standardmäßig ohne Heizung ausgestatteten KC 102. Somit arbeiten nun beide Kraftstoff-Wechselfilter parallel nebeneinander an einem gemeinsamen Anschraubgehäuse. Gegenüber einer Montage in Reihe bietet das gleich zwei Vorteile – erstens einen etwas geringeren Durchflusswiderstand … und zweitens, noch viel wichtiger: Selbst bei Totalausfall eines Filters wird der Motor über den zweiten noch mit Kraftstoff versorgt.  Perfektes Teamwork: Der KC 102/1 und der KC 102 arbeiten als KKC 109/1 zusammen – an einem Anschraubgehäuse. Der kleine Unterschied: Beim KC102/1 (links) fehlt die Wasserablassschraube. Ansonsten sind die Filter absolut baugleich.
CLEVER: DIE PTC-HEIZUNG IM KC 102/1 Das Problem der Versulzung ist bekannt: Bei Minusgraden bilden sich im Dieselkraftstoff Paraffinkristalle – der Kraftstoff geliert und flockt aus. Diese Flocken werden zum Kraftstofffilter befördert, wo sie die Oberfläche verschließen und den Filter blockieren. Der Kraftstoff kann nicht mehr zur Einspritzpumpe fließen, der Motor wird nicht mehr versorgt … und fällt aus. Zwar sind moderne wintertaugliche Dieselkraftstoffe kältebeständig; so bleibt der z. B. in Deutschland erhältliche Winterdiesel durch Zusätze bis ca. –23 °C fließfähig. Allerdings: Um den Fahrzeugbetrieb auch bei extrem tiefen Temperaturen sicherzustellen, werden immer öfter beheizte Kraftstofffilter verbaut. Die moderne, sichere Lösung der Kraftstoffbeheizung ist das PTC-Heizelement. Dabei steht PTC für „Positive Temperature Coefficient“. Dieses konstruktive Merkmal bewirkt, dass der elektrische Widerstand des Heizelements mit zunehmender Temperatur ansteigt. Da die Stromaufnahme bei vorgegebener Grenztemperatur überproportional sinkt, besteht keine Überhitzungsgefahr. Das macht mit PTC-Elementen ausgestattete Zuheizer besonders sicher.  Das Heizelement von unten: Blick auf den hier verbauten Kraftstoff-Zuheizer mit PTC-Element.
TAUGT AUCH FÜR BIO Die beiden Filter sind beständig gegen sogenannten Biodiesel, genauer gesagt: FAME (RME) nach EN14214. Dabei steht FAME für „fatty acid methyl ester“, also Fettsäuremethylester – das sind Verbindungen aus einer Fettsäure und Methanol-Alkohol. AUSSEN UND INNEN DICHT Zur besseren Abdichtung zwischen Roh- und Reinseite verfügt der KC 102 neben dem äußeren Dichtungsring über einen zusätzlichen inneren Dichtungsring, der direkt am Gewinde zwischen Anschraubgehäuse und Filter- Endscheibe sitzt.  Die Kombination: innerer und äußerer Dichtungsring zur optimalen Abdichtung zwischen Roh- und Reinseite.
WASSER MARSCH Um Einspritzpumpe und Einspritzdüsen vor Beschädigungen durch Wasser (wie beispielsweise Kavitation) zu schützen, sind die Filter nicht nur mit einer rohseitigen Wasserabscheidung versehen, sondern zusätzlich noch mit einem Wasseraufnahmevolumen von 80 cm³ ausgestattet – das bietet ausreichend Reserven bis zur nächsten Wasserentleerung. WECHSELN UND WARTEN Das Filterduo KC 102/1 und KC 102 arbeitet in vielen Fahrzeugen von MAN. Der KC 102 darüber hinaus wie erwähnt in weiteren Nutzfahrzeugen, unter anderem in Lkw von ERF, Schleppern von Fendt, Baggern und Radladern von Liebherr sowie Bussen und Lkw von Mercedes-Benz. Um die einwandfreie Funktion der Filter sicherzustellen, empfehlen die Fahrzeug- und Motoren - hersteller den regelmäßigen Wechsel in vorgegebenen Intervallen. |