
EIN INNENRAUMLUFTFILTER LEISTET GANZE ARBEIT. MANCHMAL BRAUCHT ER DAZU EINEN ASSISTENTEN: DEN GROB- ODER VORFILTER.
Um den Fahrzeuginsassen saubere, gereinigte Atemluft zur Verfügung zu stellen, setzen die Automobilhersteller seit vielen Jahren Innenraumluftfilter ein. Ob Pkw, Lastkraftwagen, Bus oder Land- und Baumaschinen: Heute ist nahezu jedes Fahrzeug mit den Saubermachern ausgestattet – entweder als reine Partikelfilter oder als Kombifilter mit Aktivkohleschicht. Partikelfilter filtrieren feste Stoffe aus der Atemluft und schützen vor Feinstaub, Pollen, Industriestäuben und anderen kleinsten lungengängigen Partikeln. Aktivkohlefilter absorbieren zusätzlich Gerüche und Giftgase wie Stickoxide, Benzindämpfe oder Düngemittel und bauen bis zu 99 % des Ozons ab.
In Fahrzeugen mit hoher Laufleistung, die in besonders belasteter Umgebung betrieben werden, kommen oftmals zusätzliche Grobfilter zum Einsatz. Im Straßenbild sind solche Filtermatten beispielsweise als Deckenaufbauten auf Omnibussen erkennbar. Andere sind im Luftansaugtrakt vor dem eigentlichen Innenraumluftfilter verbaut und als Vorfilter in die Heizungs- bzw. Klimagehäuse integriert. Diese Grobfilter werden eingesetzt, um die maximale Filterstandzeit über die komplette Filterfläche des Innenraumluftfilters zu sichern: Denn trifft eine Masse an groben Partikeln auf die in Zickzack-Form plissierte Filteroberfläche, kann dies dazu führen, dass sich die Schmutzseite des Luftfilters frühzeitig zusetzt – bis zum gefürchteten Faltenbalgverschluss, der jeglichen Luftdurchsatz verhindert. Vorgebaute Grobfilter können das einseitige Zusetzen des Innenraumluftfilters an der Oberfläche der Schmutzseite verringern und tragen so dazu bei, dass die komplette Filterkapazität genutzt wird, bevor der Innenraumluftfilter im Rahmen der Inspektionsintervalle gewechselt wird.
INNENRAUMLUFT-VORFILTER (LAP): SCHAUM ODER VLIES
Vorfilter bestehen meist aus Polyesterschäumen oder Vliesmatten. Die Materialauswahl richtet sich nach den Vorgaben der Fahrzeughersteller.
DIE GESCHÄUMTEN: HOMOGENE STRUKTUR
Polyesterschäume bestehen aus einem homogenen Block mit gleichmäßigen Poren, die durch ein besonderes thermophysikalisches Verfahren, die Retikulierung, entstehen. Nach dem Erkalten wird der Schaum in Scheiben geschnitten und mittels Stanzwerkzeugen in Form gebracht.
 | | Retikulierung – was ist das? Unter Retikulierung versteht man das nachträgliche Entfernen der Schaumstoff-Zellmembranen in einem mit Gas beladenen Druckbehälter. Durch diesen Prozess entsteht eine gleichmäßige offenzellige Gitterstruktur mit einem für Gase und Flüssigkeiten minimalen Durchströmungswiderstand. |
Ausschlaggebend für die Filterwirkung des retikulierten Materials ist die Porengröße PPI (Pores per Inch, also die Anzahl offener linear angeordneter Poren pro Inch, ein Inch entspricht einem Zoll = 25,4 mm). Je größer die PPI-Zahl, desto kleinere Partikel können gefiltert werden. Handelsüblich sind Schäume zwischen PPI 10 und PPI 80. Die MAHLE Original und Knecht LAP-Vorfilter werden mit Schäumen von PPI 30 hergestellt, da umfangreiche Laborversuche bei dieser Porengröße die optimale Relation zwischen Standzeit und Grobpartikelabscheidung belegen.
Polyesterschaum ist ozon- und bedingt hydrolysebeständig, alterungs- und temperaturresistent bis 90 °C sowie Weichmacher- und FCKW-frei. Das Material ist recyclingfähig und problemlos thermisch zu entsorgen.
DIE VLIESMATTEN: PROGRESSIV AUFGEBAUT
Die Basis dieser Vliesmatten sind zwischen ca. 10 und 20 mm dicke Polyesterfasermatten, die über verschiedene Faserschichten meist progressiv aufgebaut sind, die Filtermatte wird zur Reinluft - seite also immer dichter. Dieser Aufbau kombiniert maximale Filterleistung mit optimalem Staubspeichervermögen.
Filtermatten werden nach DIN EN 779 in Filterklassen eingestuft.
| Filterklasse | | Abscheidegrad |
| G2 | | bis 80 % |
| G3 | | bis 90 % |
| G4 | | > 90 % |
Je nach Anforderung kommen Flächengewichte zwischen 100 g/m² und 200 g/m² zum Einsatz. So hält beispiels weise eine G2-Filter matte mit Flächengewicht 100 g/m² vorwiegend grobe Partikel zurück, während eine G3-Filtermatte mit gleicher Dicke und Flächengewicht 200 g/m² erheblich kleinere Partikel filtern kann.
Polyester-Vliesstoff ist schwer entflammbar (Brandklasse F1), hydrolyseresistent, alterungsfest sowie temperaturbeständig bis 100 °C. Das Material ist Silikon-, Weichmacher- und FCKW-frei, recyclingfähig und eignet sich zur thermischen Entsorgung.
 | | Bei starker Belastung mit groben Schmutzpartikeln setzt sich der Innenraumluftfilter an der Oberfläche zu – bis hin zum Faltenbalgverschluss (Abb. oben) – während er in der Tiefe der Falten relativ sauber bleibt (Abb. unten). Vor diesem einseitigen Verschleiß schützt ein Vorfilter (LAP). |
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AUSTAUSCH DER INNENRAUMLUFTFILTER-MATTEN (LAP)
Da die Grobfilter oftmals vor den eigentlichen Innenraumluftfiltern sitzen, können sie zumeist ohne großen Aufwand vom Fahrer gewechselt werden. Dazu sind nur wenige Handgriffe nötig, die in den MAHLE Montageanleitungen detailliert beschrieben sind (siehe Abbildungsbeispiel).
Der Ein- und Ausbau der Grobfilter ist einfach und kann zumeist vom Fahrer selbst vorgenommen werden.
LAP-Filter werden entweder als Vorfilter ergänzend zu Partikelfiltern (LA) bzw. Kombifiltern (LAK) eingesetzt. Nutzfahrzeuge älte rer Baujahre filtern die Außenluft für die Fahrerkabine ausschließlich mit Filtermatten. Auch für viele dieser Nutzfahrzeuge sind MAHLE Original und Knecht Innenraumluftfilter-Matten (LAP) erhältlich.
MAHLE zählt im freien Aftermarket zu den ersten Anbietern von Innenraumluftfilter-Matten. Nach erfolgreicher Markteinführung wird die Produktpalette permanent erweitert. Schwerpunkt liegt auf Nutzfahrzeuganwendungen und älteren Pkw ab Baujahr 1980. Populäre Beispiele sind hier der Renault Truck Midlum oder Volvo 760. Ebenso sind Innenraumluftfilter-Matten ab Oktober 2010 für Nutzfahrzeuge der Marken DAF, MAN, Mercedes, Neoplan, Saab, Webasto oder Pkw wie die Mercedes-Benz S-Klasse erhältlich. Das zukünftige LAP-Programm ist ab Herbst im Filter-Onlinekatalog ersichtlich.