
WELTREKORD AUF DEM BONNEVILLE-SALZSEE WESTLICH DER ROCKY MOUNTAINS. JCB aus dem englischen Rocester fertigt tagtäglich Baggerlader, Geländestapler, Gelenkmuldenkipper, Mikrobagger, Nullwendekreismäher – kurz Bau- und Landmaschinen auf hohem Niveau. Seit nicht allzu langer Zeit produziert JCB auch Rekorde. Geschwindigkeits-Weltrekorde. Mit Dieseltechnologie, genauer gesagt mit 2 modifizierten JCB 444 Dieselmotoren aus ihrer Produktpalette in einem einmaligen Geschoss: dem JCB DIESELMAX oder auch „The World’s Fastest Diesel“. Fernab aller Land- und Baumaschinen starteten die JCB Ingenieure im Jahr 2006 ein ehrgeiziges Projekt. Die Basis: 2 Dieselmotoren aus der Serienproduktion, denen zusammen 1.103 kW oder 1.500 PS eingehaucht wurden, dazu die Idee einer Hochgeschwindigkeits-Rennmaschine mit Bremsfallschirmen in Dragster-Manier – und die Herausforderung eines bestehenden Geschwindigkeits-Weltrekords für dieselbetriebene Fahrzeuge von 378 km/h. Die Spielregel der Rekordanwärter: Man fährt die sogenannte „fliegende Meile“, bei der innerhalb einer Stunde zweimal eine Strecke von einer Meile (also rund 1,61 km) zurückgelegt werden muss – und das Mittel der erreichten Durchschnittsgeschwindigkeiten ergibt den Rekord. Oder auch nicht. Die erste Hürde für das JCB Team: die Konstruktion einer Karosserie, die den aerodynamischen Anforderungen solcher Raserei gewachsen war. Diese wurde ausschließlich am Computer gestaltet und getestet – und das aus 2 Gründen. Zum einen begann der Winddruck bei den anvisierten Geschwindigkeiten signifikante Auswirkungen auf das Fahrzeug zu haben, vor allem an den Kontaktstellen von Reifen und Untergrund, in dem Fall das Salz am Grunde des vor ca. 14.000 Jahren ausgetrockneten und topfebenen Lake Bonneville in Utah, USA. Solche Geschwindigkeiten kann kein Windkanal simulieren. Der zweite Grund: die Größe des Fahrzeugs – schließlich ist die fahrende Rakete über 9 m lang und damit schlichtweg zu groß für einen Windkanal-Test. Und ein maßstäblich verkleinerter Nachbau hätte die Messergebnisse verfälscht. Dann ging es an die Umsetzung – in Form eines Space-Frame-Chassis und eines Carbon-Fahrercockpits, das vorne und hinten von den beiden Motoren flankiert wird. Die Vorteile dieser konstruktiven Lösung: eine optimale Gewichtsverteilung im Fahrzeug bei idealer Rundumsicht und einer unter unfallpräventiven Gesichtspunkten wohl bestmöglichen Motorenpositionierung. So entstand ein zigarrenförmiges Unikat in einer äußerst aerodynamischen Form, mit einem Leitwerk ohne Lenkeigenschaften, ohne Flügel, dafür mit 2 modifizierten Serienmo - toren, die insgesamt über das 5-Fache ihrer normalen Leistung verfügten. 
Schließlich kam das Rennen. Um 9.37 Uhr Ortszeit wurde der erste Run gestartet. Am Steuer saß Andy Green, ein ehemaliger Pilot der Royal Air Force. Der JCB DIESELMAX erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 588,7 km/h, obwohl die Leistung der Motoren automatisch heruntergefahren wurde, weil das Kühlsystem heißgelaufen war. Im zweiten Run jagte Andy Green die Rennmaschine mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 540,3 km/h über die fliegende Meile – und das, obwohl er versehentlich vor dem Ende der Strecke zu bremsen begonnen hatte. Der alte Weltrekord von 378 km/h war gebrochen und mit 563,4 km/h neu aufgestellt worden. Dieser Erfolg zeigte auf beeindruckende Art und Weise, welches Potenzial in dem neuen JCB 444 Dieselmotor steckt – in der Serienausführung leistet das 4-Zylinder-Aggregat mit 4,4 l Hubraum lediglich 200 PS (147 kW). Stolz auf den Weltrekord darf auch MAHLE Powertrain sein: Im Werk Wellingborough/ England werden Block, Zylinderkopf und Bedplate des Serienmotors bearbeitet – in einer jährlichen Zahl von 35.000 bis 40.000 Stück. |