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STANDARDAUSTAUSCH AUF HÖCHSTEM NIVEAU

MIT EINEM UMSATZ VON 7,2 MILLIONEN EURO IM JAHR 2007 IST FARAL EINES DER ERFOLGREICHSTEN UNABHÄNGIGEN FRANZÖSISCHEN UNTERNEHMEN IM BEREICH DES STANDARDAUSTAUSCHES VON MOTOREN, ZYLINDERKÖPFEN, TURBOLADERN UND GETRIEBEN. ERIC HUNAUT, DER GESCHÄFTSFÜHRER VON FARAL, HAT SICH UNSEREN FRAGEN ZUM ERFOLG UND ZUR PHILOSOPHIE DES UNTERNEHMENS GESTELLT.

Eric Hunaut, Geschäftsführer des Motoreninstandsetzers FARALEric Hunaut,
Geschäftsführer des Motoreninstandsetzers FARAL


MAHLE Aftermarket news: Vorab eine grundsätzliche Frage, die unsere internationalen Leser sicherlich interessiert: Wie definiert sich der Begriff „Standardaustausch“ in der französischen Kfz-Teile-Branche?

Eric Hunaut: Hier handelt es sich in der Tat um einen Fachbegriff, der in der französischen Verordnung 80-709 vom 5. September 1980 über Betrug und Fälschung exakt definiert ist. In der Veröffentlichung im französischen Amtsblatt ist nachzulesen, dass der Begriff „Standardaustausch“ nicht die Reparatur, sondern die komplexe und vollständige Aufbereitung von Motorkomponenten durch Runderneuerung oder Instandsetzung definiert. Das heißt, der Altmotor wird komplett durch einen wiederaufbereiteten Motor ersetzt. Im deutschen Sprachraum nennt man dies Generalüberholung.

MAHLE Aftermarket news: Und wie läuft so ein Standardaustausch ab?

Eric Hunaut: Beim Kauf eines Standardaustauschteils bezahlt der Kunde erstens den Preis für den eigentlichen Motor, dann das Pfand auf den Verpackungsrahmen und dann noch das Altteilpfand. Das erste Pfand erhält der Kunde bei Rückgabe des Rahmens zurück, das zweite dann, sobald der Altmotor bei uns eingeht. Durch das zweite Pfand wird es für den Kunden attraktiv, seine Altteile zurückzu-geben – die für uns das Ausgangsmaterial unserer Arbeit darstellen. Die aufbe-reitbaren Teile werden nach den messtechnischen Angaben des Herstellers instand gesetzt, andere werden durch Neuteile ersetzt, so dass wir am Ende ein fertiges Austauschteil haben, dessen Lebensdauer 85 % der Lebensdauer eines Neuteils entspricht. Um 3 Austauschmotoren anbieten zu können, benötigen wir die Teile von schätzungsweise 4 Altmotoren. Deshalb kaufen wir auch ständig Altteile von Demontagebetrieben zu.

MAHLE Aftermarket news: Unter den französischen Herstellern von Austauschmotoren und -zylinderköpfen auf dem unabhängigen Markt stehen Sie heute an vorderster Stelle. Wie erklären Sie sich diese führende Marktposition?

Eric Hunaut: Nun, FARAL ist ein Unternehmen mit strengen Grundsätzen, an die wir uns seit 75 Jahren halten. An vorderster Stelle steht die Qualität der geliefer-ten Produkte, gesichert durch wortgetreue Einhaltung eines sehr strengen Pflichtenhefts für die Aufbereitung, ergänzt von Qualität der kaufmännischen und technischen Dienstleistungen sowie einer hohen Qualität des Kundendiensts, der so organisiert ist, dass sich jeweils 2 Techniker um die komplette Abwicklung eines Auftrags kümmern. Und schlussendlich gehen wir einen konsequenten Vertriebsweg: FARAL vertreibt seine Produkte nur über Großhändler, Motoren-instandsetzer und Dieselmotorspezialisten. Dank dieser Grundsätze haben wir in den letzten 10 Jahren mehr als 40.000 Motoren verkauft.

MAHLE Aftermarket news: Sie haben die Qualität der gelieferten Produkte als erstes genannt. Und die hängt ja auch von der Qualität der verwendeten Teile ab …

Eric Hunaut: Auf jeden Fall. Die ist Voraussetzung. Deshalb vertrauen wir auch voll und ganz auf die Motorkomponenten von MAHLE, also die Marken MAHLE Original und Perfect Circle, sowie auf Knecht Filter. Know-how allein bringt gar nichts, wenn die Qualität der Teile nicht stimmt. Wir pflegen zu diesen Marken und ihren Vertretern ein echtes Vertrauensverhältnis.

MAHLE Aftermarket news: Was schätzen Sie bei MAHLE besonders?

Eric Hunaut: Um die Anforderungen des Marktes mit seinen vielen unterschied-lichen, sich ständig entwickelnden Baureihen schnell und zuverlässig erfüllen zu können, brauchen wir hochwertige Produkte und Dienstleistungen. Dank der MAHLE Erstausrüstungskompetenz haben wir diese Sicherheit, die gleichzeitig Basis künftiger gemeinsamer Erfolge ist.

MAHLE Aftermarket news: Die Motoren werden technisch immer ausgefeilter. Wie hat sich die Firma FARAL dieser Entwicklung angepasst?

Eric Hunaut: Indem wir dieser Entwicklung immer einen Schritt voraus waren. Nehmen wir zum Beispiel den Zylinderkopf, die Achillesferse des Austausch-motors. Er ist anfällig für Wasserlecks, eine der Hauptursachen für Pannen. FARAL ist dieses Problem vor rund 10 Jahren mit der Entwicklung einer zwischenzeitlich patentierten Methode* für die Runderneuerung des Kühlkreises angegangen. Dabei wird der Kreislauf der internen Beschädigung durch den Einbau eines Dichtungseinsatzes gestoppt und durch die Imprägnierung mit Polymerisations-harz die Dichtheit weiter verbessert. Dies ist nur ein Beispiel für unsere permanente Suche nach neuen Lösungen. Denn die Zukunft liegt in der Innovation und im Know-how.

MAHLE Aftermarket news: Welche Tendenzen sind Ihnen auf dem Markt noch aufgefallen?

Eric Hunaut: Die steigende Präsenz des Dieselmotors bei Fahrzeugen, für die der Standardaustausch besonders interessant ist – also Lieferwagen oder Nutz-fahrzeuge mit einer sehr hohen Jahreskilometerleistung. Und die dadurch ge-stiegenen Anforderungen an uns: Wir bieten heute über 300 Artikel an, die 85 % des gesamten Fahrzeugbestands abdecken. Da ist natürlich eine entsprechende Produktionsplanung gefragt.

MAHLE Aftermarket news: Sie verknüpfen Ihre Tätigkeit eng mit dem Umweltschutz. Was sind Ihre Beweggründe?

Eric Hunaut: Die für den Standardaustausch erforderliche Präzisionsbearbeitung ist verbrauchsarm – und es müssen, anders als beim Neubau, keine Rohstoffe wie Gusseisen, Eisen oder Aluminium bezogen werden. Damit entfällt der zur Erzeu-gung notwendige enorme Energieverbrauch. Auch für andere Fahrzeugkompo-nenten, wie Lichtmaschine, Anlasser, Einspritzpumpe und Turbolader, ist der Standardaustausch interessant und ermöglicht erhebliche Einsparungen. Es gibt aber noch einen weiteren umweltschonenden Aspekt: die verkehrsbedingten Schadstoffemissionen. Diese werden ja hauptsächlich durch alte Fahrzeuge verursacht – und könnten künftig durch einen fachmännischen Standardaustausch deutlich verringert werden. Als Nachweis könnte eine offizielle Bescheinigung dienen, in der die Emissionswerte-Übereinstimmung mit einem gut eingestellten, intakten Motor des gleichen Typs bestätigt wird. Ein weiterer guter Ansatz wären auch steuerliche Anreize für als schadstoffarm zertifizierte Austauschmotoren. Insofern denken wir, dass wir mit der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Senkung der Schadstoffemissionen einen ganz konkreten Beitrag zum Umweltschutz leisten.

MAHLE Aftermarket news: Wir bedanken uns herzlich für diesen interessanten Einblick in Ihr Wissen, Ihre Überzeugungen und Ihre Erwartungen an die Branche.

* INPI Registrierungs-Nr. 03 14575/Veröffentlichungs-Nr. 2.863.517


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