MAHLE greift Europäischen Richtlinie zu bleifreien Materialien vor

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Stuttgart, September 2007 – Die Europäische Kommission schränkt die Verwendung gefährlicher Substanzen in Fahrzeugen deutlich ein (Europäische Richtlinie 2000/53/EC). Laut dieser Richtlinie sollte zum Beispiel der Bleianteil jedes Bauteils geringer als 0,1 Prozent seines Gewichts sein. Im Anhang II der Richtlinie sind Fristen für Ausnahmeregelungen aufgrund technischer Schwierigkeiten festgehalten. Die überarbeitete Version vom September 2005 wird ab dem 1. Juli 2008 auch für Motorlager und Lagerbuchsen verpflichtend sein.

Lange bevor diese Umweltaspekte thematisiert wurden, suchte MAHLE schon engagiert nach bleifreien Materialien für Gleitlager und Lagerbuchsen. Seit mehr als zehn Jahren sind viele bleifreie Zweistofflager auf Aluminiumbasis Bestandteil des MAHLE Produktportfolios. Die Fertigungsprozesse wurden weitreichend optimiert, um für die immer anspruchsvolleren Bedingungen im Motor optimale Produkteigenschaften zu erzielen. Die bleifreien Laufflächen der Zweistofflager bestehen aus Aluminium, Zinn und ergänzenden Elementen wie Silizium und Kupfer. Das MAHLE Produktportfolio umfasst eine große Auswahl an Legierungen: zum Beispiel ML157, ML176, ML215, ML18 und ML230.

Im Hinblick auf die neue Gesetzgebung mussten auch für die sehr hoch beanspruchten Lagerungen moderner PKW- und NKW-Dieselmotoren neue Lösungen erarbeitet werden. MAHLE hat daraufhin die Entwicklung der Werkstoffe für Dreistofflager und Lagerbuchsen verstärkt. Als Ergebnis dieser Entwicklungen stehen zwei Produktneuheiten zur Verfügung.

Das erste Produkt wurde kürzlich auf dem Markt eingeführt und besteht aus einem bleifreien Bronzesubstrat (CuSnNi) mit Aluminium-Zinn-Überzug, der mit einem PVD-Verfahren gesputtert wird (ML335). Dieses Produkt ist eine Alternative zu bleihaltigen gesputterten Bronzelagern, die sich in der Vergangenheit in schnelllaufenden Dieselmotoren und Nutzkraftwagen hervorragend bewährt haben.

Die zweite Variante basiert ebenfalls auf einer bleifreien Substratlegierung (CuSnBiNi), jedoch mit einem galvanisch erzeugten Zinn-Silber-Überzug (ML130). Dieses Konzept ist eine Alternative zu den bleihaltigen Bronzelagern mit galvanischen Blei-Zinn-Überzügen, die vielfach als Pendant zu den PVD-gesputterten Lagern für schnelllaufende Dieselmotoren und NKW-Dieselmotoren als untere Lagerschalenhälften an der Kurbelwelle eingesetzt werden. Bei weniger anspruchsvollen Motoren kann der galvanische Zinn-Silber-Überzug sowohl für die oberen als auch für die unteren Lagerbuchsen zum Einsatz kommen. Für Pleuelbuchsen hat MAHLE kürzlich die neue bleifreie Bronzelegierung (CuSnNi) ML15 mit Stahlrücken und einer hervorragenden Belastbarkeit auf den Markt gebracht.

Der MAHLE Konzern ist einer der 30 weltweit größten Automobilzulieferer. Als führender Hersteller von Komponenten und Systemen für den Verbrennungsmotor und dessen Peripherie zählt MAHLE zu den Top-3-Systemanbietern bei Kolbensystemen, Zylinderkomponenten, Ventiltriebsystemen sowie Luftmanagement- und Flüssigkeitsmanagement-Systemen. MAHLE beschäftigt mehr als 40 000 Mitarbeiter an 110 Produktionsstandorten und in sieben Forschungs- und Entwicklungszentren. 2006 erzielte MAHLE einen Umsatz von mehr als 4,3 Milliarden EUR (5,8 Milliarden USD).