MAHLE und BEHR unterzeichnen Beteiligungsvertrag

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Stuttgart, 26. Juli 2010 – Die beiden großen Stuttgarter Automobilzulieferer MAHLE und BEHR haben sich darauf geeinigt, dass MAHLE in mehreren Stufen Gesellschaftsanteile an BEHR übernehmen wird.

Die beiden ersten Stufen der Beteiligung erfolgen durch eine einseitige Kapitalerhöhung durch MAHLE. In der ersten Stufe (2010) beteiligt sich MAHLE mit 19,9 Prozent; in der zweiten Stufe (Anfang 2011) erfolgt eine Erhöhung der Beteiligung auf 36,85 Prozent. Darüber hinaus regelt der Vertrag, dass MAHLE durch die Ausübung einer Call Option ab dem Jahr 2013 weitere Gesellschaftsanteile von den gegenwärtigen Gesellschaftern erwerben und damit die Mehrheit an BEHR übernehmen kann. Darüber hinaus eröffnet er den gegenwärtigen BEHR-Gesellschaftern die Möglichkeit, anschließend in mehreren Schritten über einen Zeitraum von zehn Jahren ihre Anteile an MAHLE veräußern zu können.

Die MAHLE Beteiligung an BEHR steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden. Die Aufsichtsgremien der beteiligten Unternehmen haben dem Beteiligungsvertrag bereits zugestimmt.

Prof. Dr. Heinz Junker, Vorsitzender der MAHLE Konzern-Geschäftsführung, erklärt: „Die Beteiligung von MAHLE an BEHR eröffnet beiden Unternehmen für die Zukunft erhebliches Zusatzpotenzial am Markt für komplette Systemlösungen im Bereich des Antriebsstrangs moderner Pkw und Nutzfahrzeuge. Die Produktportfolios sind komplementär und ergänzen sich hervorragend. Beispiele sind komplette Abgasrückführungsmodule und Ansaugsysteme mit integrierten Ladeluftkühlern. Darüber hinaus ist die Thematik ‚Effizientes Thermomanagement’ inklusive Heizung und Kühlung für neue Fahrzeuggenerationen von besonderer Bedeutung bei der weiteren Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Dies ist auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung alternativer Antriebssysteme vom Hybrid bis hin zu Fahrzeugen mit reinem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb zu sehen. Mittelfristig sehen wir daher für MAHLE und BEHR ein gemeinsames Umsatzpotenzial von 10 Milliarden Euro, verbunden mit einer nachhaltig positiven Umsatzrendite.“ Junker ergänzt: „Wir gehen davon aus, dass wir die Einlage von Eigenkapital in den ersten beiden Stufen aus unserem freien Cash Flow generieren können. Technologisch nimmt BEHR bereits heute eine Spitzenposition ein. Nach dem Closing werden wir in den wesentlichen komplementären Produktbereichen zügig damit beginnen, in gemeinsamen Arbeitsgruppen Synergiepotenziale bezüglich dieser Produkte und Märkte, aber auch Synergiepotenziale in anderen Funktionen der Unternehmen zu ermitteln. Wir wollen auf Augenhöhe miteinander arbeiten, um Best-Practice-Lösungen zu finden und damit Benchmarks zu setzen. Es ist eine einfache industrielle Logik, die uns zu diesem Schritt gebracht hat und die uns große Chancen für die Zukunft eröffnet und uns ermöglicht, in der Top-Liga der Automobilzulieferbranche zu spielen.“

Horst Geidel, Vorsitzender des BEHR-Aufsichtsrats, hebt hervor: „Das Beteiligungskonzept mit MAHLE verbindet in idealer Weise zwei Ziele: Es stabilisiert BEHR auf der Kapitalseite durch eine Erhöhung des Eigenkapitalanteils auf über 20 Prozent und es stellt einen langfristig angelegten Weg in eine neue Unternehmensverfassung dar. Hierbei bündeln beide Unternehmen ihre Stärken und festigen ihre Position in der Gruppe der weltweit führenden Automobilzulieferer. Die Familiengesellschafter von BEHR wie auch die BWK haben das Konzept bestätigt und sehen hierin eine hervorragende Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung.“

Dr. Markus Flik, Vorsitzender der BEHR-Geschäftsführung, erläutert: „Die Kooperation mit MAHLE in den komplementären Produktbereichen schafft für BEHR zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten bei motorfesten Komponenten wie Abgas- und integrierten Ladeluftkühlern. Gemeinsam können wir für unsere Kunden in diesen Bereichen Module und Systeme noch umfassender berechnen, auslegen und herstellen. Damit leisten wir erhebliche Beiträge zur Senkung von Emissionen und Verbrauch bei Pkw und Nutzfahrzeugen.“ Er betont: „Wir werden wie geplant unser laufendes Restrukturierungsprogramm konsequent umsetzen, um den sich abzeichnenden Turnaround abzusichern und weitere Ergebnispotenziale zu erschließen. Damit schaffen wir eine gute Ausgangsbasis für die Zusammenarbeit mit MAHLE.“

 

Nach den offiziellen behördlichen Genehmigungen, die in circa zwei bis drei Monaten zu erwarten sind, ist vorgesehen, die MAHLE Geschäftsführer Prof. Dr. Heinz Junker und Dr. Bernhard Volkmann als neue Mitglieder in den BEHR-Aufsichtsrat zu berufen.