Presseinformation: Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2006

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MAHLE auf einen Blick - Geschäftsjahr 2006 [PDF; 13 KB]


Stuttgart, 26. April 2007 - Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2006 - MAHLE wächst weiter

Weltautomobilindustrie weiter auf Expansionskurs
Die Automobilindustrie profitierte auch im Jahr 2006 von der dynamischen Entwicklung der Weltkonjunktur. Vor allem wegen der höheren Nachfrage der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) stieg die weltweite Produktion von PKW und leichten Nutzfahrzeugen um 4,1 Prozent auf 66,3 Mio. Einheiten. Dabei erhöhten sich Absatzzahlen für PKW um 6,6 Prozent auf 42,9 Mio. Einheiten, während leichte Nutzfahrzeuge mit 23,5 Mio. Einheiten auf dem Vorjahresniveau verharrten. Positiver als Anfang des Jahres erwartet entwickelte sich auch die Produktion von mittleren und schweren Nutzkraftwagen, die weltweit um 10,5 Prozent auf rund 2,7 Mio. Einheiten anstieg.


Umsatz
Der Umsatz des MAHLE Konzerns wuchs gegenüber dem Vorjahr (4.122 Mio. Euro) um 4,7 Prozent und betrug 4.314 Mio. Euro. Die Umsatzsteigerung beruht im Wesentlichen auf organischem Wachstum. Dies zeugt von der starken technologischen Positionierung von MAHLE im Weltmarkt, von weiter steigenden Lieferungen großer Systemumfänge und insbesondere auch von einer guten Präsenz von MAHLE in den Wachstumsmärkten der Automobilindustrie, und hier insbesondere in Asien. Dabei konnten die teilweise erheblichen Preisreduzierungen für unsere Produkte durch den Gewinn weiterer Marktanteile in neuen strategischen Feldern kompensiert werden.

Der Umsatz von 1.233 Mio. Euro in Deutschland war im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht rückläufig, jedoch konnte er im restlichen Europa, insbesondere an den osteuropäischen Standorten, gesteigert werden. Während der in Asien produzierte und fakturierte Umsatz aufgrund der deutlichen Abwertung des japanischen Yen praktisch auf Vorjahresniveau stagnierte, konnte der Amerika-Umsatz um 13,6 Prozent auf 1.213 Mio. Euro gesteigert werden.


Ergebnis
Das Vorsteuerergebnis erhöhte sich um 7,3 Prozent von 274,7 auf 294,6 Mio. Euro. Diese Ergebnisverbesserung konnte nur durch deutliche Produktivitätssteigerungen in allen Organisationsbereichen des Konzerns erreicht werden, da zum Teil erhebliche ergebnismindernde Effekte kompensiert werden mussten. Neben teilweise deutlichen Preisreduzierungen in allen Produktbereichen des Konzerns musste insbesondere den drastischen Materialpreissteigerungen durch Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen begegnet werden.

Die Steigerung des Vorsteuerergebnisses um 7,3 Prozent konnte erfreulicherweise in eine Steigerung des Jahresüberschusses (Nachsteuerergebnis) von über 20 Prozent überführt werden.


Investitionen
Mit Ausgaben in Höhe von insgesamt 264 Mio. Euro für neue Maschinen, Einrichtungen und Gebäude hat der MAHLE Konzern 2006 wieder deutlich über dem Abschreibungsniveau von 223 Mio. Euro investiert. Mit dieser Investitionsquote von 6,6 Prozent vom Umsatz liegt MAHLE erneut deutlich über dem durchschnittlichen Investitionsniveau der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Dieses langfristig und strategisch ausgerichtete Investitionsverhalten des MAHLE Konzerns demonstriert die langfristig ausgelegte Wachstumsstrategie des Konzerns, die auf modernsten Produktionstechnologien und anhaltend hohen Investitionen in die sieben weltweit ausgerichteten Forschungs- und Entwicklungszentren des Konzerns beruht.

Vom gesamten Investitionsvolumen entfielen 2006 ca. 100 Mio. Euro auf Europa und davon ca. 60 Mio. Euro auf die deutschen Standorte, 50 Mio. Euro auf USA und Mexiko, 36 Mio. Euro auf die südamerikanischen Standorte und 70 Mio. Euro auf die Region Asien/Pazifik.


Mitarbeiterentwicklung
Wegen der Geschäftsausweitung und des gesteigerten Umsatzes beschäftigte MAHLE 2006 am Jahresende insgesamt 1.184 Mitarbeiter mehr als 2005. Am 31.12.2006 hatte MAHLE insgesamt 38.603 Mitarbeiter.

 

Strategische Akquisitionen
Wir konzentrieren uns im Bereich Produktportfolio auf den Motor bzw. den Antriebsstrang. Im Rahmen dieser strategischen Zielsetzung haben wir in den vergangenen Jahren unser Produktportfolio deutlich erweitert. Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Konzernstrategie ist es, in jeder Produktgruppe unseres Produktprogramms zu den drei größten Anbietern weltweit zu zählen, weil nur mit einer bestimmten Größenordnung und einer globalen Präsenz die Anforderungen unserer Kunden erfüllt werden können. Die Akquisitionen, z. B. des Geschäftsfeldes Motorenteile von Dana, die Übernahme des argentinischen Ventilherstellers Edival oder des Geschäftsfeldes Luftansaugmodule von Siemens VDO, die wir im ersten Quartal 2007 getätigt haben, bzw. über die wir zur Zeit noch verhandeln, zielen alle in diese Richtung: Erreichung einer globalen Wettbewerbsposition unter den Top-3-Anbietern in der jeweiligen Produktgruppe und eine verbesserte Ausbalancierung unserer regionalen Präsenz und Ausgewogenheit unseres Kundenportfolios.


Ausblick auf das Jahr 2007
Weltweit erwarten wir auch im Jahr 2007 eine Steigerungsrate der PKW-Produktionszahlen von ca. 3 Prozent, während wir bei der NKW-Produktion von stagnierenden Zahlen ausgehen.

Der MAHLE Geschäftsverlauf in diesem Jahr wird von folgenden Faktoren und Notwendigkeiten geprägt sein:

 

1. Weiterer Kostenanstieg der für MAHLE relevanten Rohstoffe, der nicht vollständig an unsere Kunden weitergegeben werden kann.

2. Produktionsverlagerungen an Niedrigkostenstandorte aufgrund des weiter steigenden Preisdrucks.

3. Schnelle, erfolgreiche Integration der Akquisitionsprojekte aus dem 1. Halbjahr 2007.

4. Moderate Lohn- und Gehaltsanpassungen insbesondere an den Hochlohnstandorten.

5. Umsatz-, Ergebnis- und Bilanzbeeinflussung durch Wechselkursschwankungen von US-Dollar, japanischen Yen und brasilianischen Real zum Euro.


Durch die strategische Ausrichtung unserer Akquisitionsstrategie zählen wir nun in allen wesentlichen Produktgruppen zu den drei größten Anbietern auf dem Weltmarkt. Mittelfristig streben wir ein Umsatzvolumen von deutlich mehr als 5 Mrd. Euro bzw. 6,7 Mrd. US-Dollar an. Unser Produktportfolio bleibt weiterhin fokussiert auf den Verbrennungsmotor. Hier decken wir die mit Abstand größte Leistungsbandbreite ab: von vielen Einzelkomponenten über Systemumfänge, Motorkomplettmontagen bis hin zu Engineering Dienstleistungen. Den Aufwand für F&E werden wir auch im kommenden Jahr weiter steigern, um mit innovativen Produkten unseren technologischen Führungsanspruch weiter zu untermauern.

Darüber hinaus werden wir bei einer Politik der hohen Wertschöpfungstiefe und dem damit verbundenen hohen Investitions- und Kapitaleinsatz bleiben, damit wir durch eigene Produktivitätsfortschritte Spielraum haben, um die im Markt geforderte Preisstellung darstellen zu können.


Für 2007 gehen wir von folgenden Schlüsselzahlen aus:

Umsatz: ca. 5 Mrd. Euro -> 6,7 Mrd. US-Dollar

Investitionen: ca. 350 Mio. Euro -> 475 Mio. US-Dollar

Mitarbeiter (31.12.07): ca. 49.000

Beim operativen Ergebnis rechnen wir für 2007 mit einem leichten Rückgang, da neben externen Marktfaktoren wie weitere Materialpreissteigerungen, Preisreduzierungen und Entgeltsteigerungen, Restrukturierungs- und Integrationskosten im Zusammenhang mit den Großakquisitionen des 1. Halbjahres geplant sind, um die mittel- und langfristigen Synergie- und Ergebnispotenziale abzusichern.