Presseinformation zum Geschäftsverlauf 1. Halbjahr 2012 und Jahresausblick

Pressemeldung (Kurzform) [PDF; 110 KB]

Pressemeldung (Langform) [PDF; 136 KB]

Präsentation Halbjahres-Pressekonferenz [PDF; 2193 KB]

 

Stuttgart, den 3. September 2012 - Mit einem Umsatz von rund 3,21 Milliarden Euro im
1. Halbjahr 2012 übertrifft MAHLE den Vorjahreswert um 7,8 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2012 erzielte der MAHLE Konzern einen Umsatz von 3.207,1 Millionen Euro, womit der Vorjahreswert um 7,8 Prozent (232,9 Mio. EUR) übertroffen wurde. Die Umsatzsteigerung basiert hauptsächlich auf organischem Wachstum (+145,9 Mio. EUR), zusätzlich hatte die Aufwertung zahlreicher Auslandswährungen, insbesondere US-Dollar, japanische Yen und chinesische Renminbi, einen positiven Effekt (+87,0 Mio. EUR).

In Europa hat MAHLE seine Umsätze um 2,5 Prozent auf rund 1,54 Milliarden Euro gesteigert, wobei die Entwicklung innerhalb Europas sehr uneinheitlich war. Vor allem die Rezession in einigen südeuropäischen Ländern führte in manchen Produktionseinheiten zu Rückgängen im zweistelligen Prozentbereich. In Deutschland blieb der Umsatz annähernd auf Vorjahresniveau; in Osteuropa sind Zuwächse zu verzeichnen. Der Umsatzbeitrag der europäischen Einheiten sank von 51 auf 48 Prozent.

Im für MAHLE wichtigen Wachstumsmarkt Asien wurde ein Umsatz von 649 Millionen Euro erzielt – dies entspricht einer Steigerung von rund 16 Prozent. Der relative Anteil des dort produzierten Umsatzes stieg damit von 19 auf 20 Prozent. Ausschlaggebend waren Nachholeffekte in Japan nach der Naturkatastrophe 2011 sowie Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich in wichtigen Märkten wie China, Südkorea und Thailand.

In der Mercosur-Region wurden, bedingt durch Vorzieheffekte im Nutzfahrzeugbereich wegen neuer Abgasregelungen in Brasilien, die Vorjahresumsätze nicht erreicht. Der relative Umsatzbeitrag der Region Südamerika ging von 13 auf 12 Prozent zurück.

In der NAFTA-Region stieg der Umsatz auf 646 Millionen Euro, was einem Wachstum von 26 Prozent entspricht. Damit erhöhte sich der Umsatzbeitrag der Region von 17 auf 20 Prozent und entspricht nun dem Beitrag Asiens.

Im zweiten Halbjahr 2012 wird das Umsatzwachstum voraussichtlich geringer ausfallen. Wir rechnen außerhalb Europas nach wie vor mit einer generell stabilen Automobilkonjunktur und sehen für den Gesamtjahresumsatz deshalb ein Potenzial von circa 6,3 Milliarden Euro – dies entspricht einem Wachstum von knapp 6 Prozent. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Staatsschuldenkrise in Westeuropa nicht auf die Konjunkturverläufe anderer Weltregionen abstrahlt.

Unser Ergebnis hat sich im Halbjahresvergleich gegenüber 2011 positiv entwickelt. Im zweiten Halbjahr wird sich das geringe Wachstum jedoch voraussichtlich auf die Umsatzrendite auswirken. Dennoch gehen wir zurzeit davon aus, dass alle Weltregionen außer Europa ihre Beiträge stabilisieren oder steigern werden.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im ersten Halbjahr (30. Juni 2012) von 49.103 auf 48.084 reduziert. In Europa sank sie um 478 auf 20.203, davon sind 9.041 in Deutschland beschäftigt – im Vorjahr waren es 9.181. In Asien stieg die Zahl der Beschäftigten um 258 auf 9.370 Mitarbeiter und in Nordamerika um 153 auf 7.586. In Südamerika war ein Abbau von 952 auf 10.925 Stellen notwendig.

Durch Produktivitätssteigerungen im Zusammenhang mit einer guten Kapazitätsauslastung hat sich der Umsatz pro Mitarbeiter in den meisten Werken weiter gesteigert.

 


Eckpunkte der MAHLE Konzernentwicklung 2012

 

InnoWa Membrane GmbH mit Sitz in Schwaikheim übernommen: Das Unternehmen ist auf die Entwicklung, Anwendung und Herstellung von Hochleistungs-Filtersystemen auf Basis der Membrantechnologie spezialisiert. Es firmiert nun als MAHLE InnoWa GmbH mit Sitz in Stuttgart.

Range-Extender-Antrieb für Elektrofahrzeuge der Presse vorgestellt: MAHLE hat den Antrieb entwickelt, um die Vorteile der Kombination „Verbrennungsmotor plus Elektroantrieb“ aufzuzeigen. Zur weiteren Erprobung und für den Nachweis der Alltagstauglichkeit wurde ein Demonstrator-Fahrzeug auf Basis eines gängigen Serienfahrzeugs aufgebaut. Bei vergleichbarer Fahrdynamik und Reichweite erzielt es den äußerst geringen CO2-Ausstoß im NEFZ von 45 g/km.

Zentrale für Nordamerika in Farmington Hills, Michigan, konsolidiert: Durch den Kauf der vormaligen Nailco-Betriebsstätte stehen uns weitere 4.500 Quadratmeter Büro- und Lagerfläche zur Verfügung. Die zurzeit in Novi, Michigan, ansässigen Divisionen Test Systems und Engineering Services von MAHLE Powertrain sowie der in Ann Arbor befindliche Geschäftsbereich Aftermarket werden nach Farmington Hills umziehen. Am Standort werden dann mehr als 350 Mitarbeiter die zentralen Service-Aufgaben für alle NAFTA-Aktivitäten bewältigen sowie die wichtigen TechCenter-Funktionen abdecken.

Logistikzentrum für den Aftermarket in Russland geplant: Mit dem Kauf eines 50.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Obninsk, 70 Kilometer südwestlich von Moskau, läutet MAHLE eine neue Phase seiner Aftermarket-Strategie in Osteuropa ein. Der Baubeginn des 10.000 Quadratmeter großen Versandzentrums für den Ersatzteilhandel in Russland und Weißrussland ist für 2013, die Inbetriebnahme für Anfang 2014 geplant. Zudem sollen dort auch erste Produktionseinheiten der Geschäftsbereiche Motorsysteme und -komponenten sowie Filtration und Motorperipherie entstehen.

Neues MAHLE Headquarter in Tokio: Auf einer Fläche von rund 2.300 Quadratmetern arbeiten 140 Mitarbeiter aus den Bereichen Vertrieb, Finanzen, Controlling, IT und dem Management für unser Filtrationsgeschäft. Zudem ist der bisher wegen Platzmangel ausgelagerte Geschäftsbereich Aftermarket im neuen Gebäude integriert.

Neues Werk in Kyushu/Japan: Der neue Standort für die Fertigung von Luftansaug- und Filtrationssystemen befindet sich in der Nähe der Werke wichtiger Kunden. Nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 ist es zudem eine Risikominimierung, über Fertigungswerke auf zwei Inseln (Honshu und Kyushu) zu verfügen. Die Produktionsfläche wird zunächst 7.500 Quadratmeter betragen, die Fertigstellung ist für September und der Produktionsstart für Ende des Jahres geplant.

Werkserweiterungen in Thailand: Um die Marktanteile bei japanischen Herstellern zu verteidigen und zu erweitern, folgt MAHLE dem Trend – japanische Fahrzeughersteller lagern die Fertigung von Pkws und Nutzfahrzeugen verstärkt nach Thailand aus – und erweitert die beiden bestehenden Werke in Thailand. In Bangkok werden hauptsächlich Kolben produziert. Der Bau einer großen Halle, in der eine Montagelinie, Prüfeinrichtungen und später auch Bearbeitungs- und Beschichtungslinien untergebracht werden, wird im September 2012 abgeschlossen. In Samutprakarn entstehen Hallen für Lagerflächen und Büros. Auf dadurch frei werdenden Flächen entsteht Platz für zwei neue Produktionslinien für Wärmetauscher sowie Kapazität für die Produktion von Luftansaugsystemen und Ventilhauben.

Für Anfang 2013 geplante Übernahme der Mehrheit an Behr verzögert sich: MAHLE wurde als Gesellschafter von Behr durch deren Geschäftsführung informiert, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Hersteller thermischer Systeme für Automobile wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Verhaltensweisen eingeleitet wurde, von dem auch Behr betroffen ist. Die Europäische Kommission hat im Mai bei Behr in Stuttgart eine Nachprüfung veranlasst. In den USA haben die dortigen Justizbehörden ebenfalls Ermittlungen gestartet. MAHLE selbst ist als Unternehmen von dieser Nachprüfung in keiner Weise betroffen. Das Ziel, die Mehrheit an Behr zu erwerben und Behr voll in den MAHLE Konzern zu integrieren, wird weiterhin verfolgt. Durch das kartellrechtliche Ermittlungsverfahren verzögert sich dies jedoch.