Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im 1. Halbjahr 2008

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Stuttgart, 15. September 2008 – MAHLE wächst weiter

Umsatz- und Ergebnisentwicklung

Der MAHLE Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 um 7,3 Prozent auf 2.668,6 Millionen Euro (gegenüber Vorjahr +181,1 Millionen Euro). Hierzu leisteten Erstkonsolidierungen in Höhe von 173,4 Millionen Euro den höchsten Beitrag. Wechselkursveränderungen des Euro, vor allem gegenüber dem US-Dollar und koreanischen Won, hatten einen negativen Einfluss auf den ausgewiesenen Umsatz in Höhe von 97,5 Millionen Euro (-3,9 Prozent). Das organische Wachstum betrug 102,9 Millionen Euro (+4,1 Prozent).

Wie planerisch erwartet, konnte das operative Ergebnis des MAHLE Konzerns nicht an das Vorjahresniveau anknüpfen. Auf Konzernebene wurde im Wesentlichen durch ergebnismindernde Effekte aus Materialpreissteigerungen, nachteiligen Währungskursveränderungen und Erstkonsolidierungseinflüssen das Vorjahresergebnis des ersten Halbjahres knapp verfehlt. Trotz Umsatzwachstum und Produktivitätssteigerungen, die besser als geplant ausfielen, konnte damit das Ergebnis nur annähernd auf Vorjahresniveau gehalten werden. Eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen, die auch Werkschließungen in Kanada und den USA zur Folge haben, werden erst 2009/2010 ihre volle Wirkung entfalten.

Mitarbeiter
Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 4.268 auf 50.729. Diese Zunahme in Höhe von 9,2 Prozent entspricht dem währungsbereinigten Umsatzanstieg. Erstmals in den Konsolidierungskreis einbezogene Gesellschaften brachten einen Zugang in Höhe von 2.698 Mitarbeitern (+5,8 Prozent). Lässt man die Konsolidierungskreisauswirkungen außer Acht, kam es zu einem Anstieg um 1.570 Mitarbeiter (+3,4 Prozent). Die Zahl der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter stieg von 9.091 auf 9.280.

Jahresausblick
Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartet MAHLE ein deutlich langsameres Wachstumstempo. Während im ersten Halbjahr Europa, Asien und Südamerika den Umsatzeinbruch in Nordamerika mehr als ausgleichen konnten und zu einem positiven organischen Wachstum von 4,1 Prozent führten, zeigen alle Indikatoren für das zweite Halbjahr, zumindest für Europa und Asien, nachlassende Produktionszahlen unserer meisten Großkunden. Bei einem angenommenen stabilen Währungskurs zwischen Euro und US-Dollar von 1,50 gehen wir deshalb für das zweite Halbjahr von einem leichten Umsatzrückgang des bisherigen MAHLE Konsolidierungskreises aus.

Durch die Akquisitionsprojekte des ersten Halbjahres wird jedoch auch im zweiten Halbjahr akquisitionsbedingtes Wachstum zu verzeichnen sein. Für das gesamte Geschäftsjahr 2008 rechnet MAHLE deshalb mit einem Konzernumsatz von circa 5,3 Milliarden Euro (2007: 5,1 Milliarden Euro), was einem Umsatzwachstum von knapp 5 Prozent entsprechen würde.

Für die Ergebnisentwicklung sind im zweiten Halbjahr weitere ergebnisbelastende Faktoren zu erwarten. Neben der kurzfristig nicht zu erwartenden Ergebnisverbesserung in Nordamerika wird der abflachende Umsatz auch das Ergebnis in den übrigen Weltregionen belasten. Darüber hinaus sind im zweiten Halbjahr dramatische Preissteigerungen in den Bereichen Stahl und Kunststoffgranulate zu verzeichnen, die aufgrund unzureichender Kostenübernahme unserer Kunden zu einer Ergebnisbelastung im hohen zweistelligen Millionen-Bereich führen werden.

Konzernentwicklung
Als wichtige Eckpunkte der MAHLE Konzernentwicklung sind im ersten Halbjahr 2008 zu nennen:

  • Januar: Übernahme von 60 Prozent am türkischen Motorenteile-Hersteller Mopisan

Das Unternehmen mit zwei Produktionsstandorten in Konya und Izmir fertigt hauptsächlich Kolben und Zylinderkomponenten für den freien Handelsmarkt. Diese Werke sollen zukünftig als spezialisierte Werke der Produktion von Motorenteilen für dieses Marktsegment dienen. Im vergangenen Jahr wurden über 1,5 Millionen Kolben produziert. 2007 erzielte das Unternehmen mit 580 Mitarbeitern einen Umsatz von circa 24 Millionen Euro. Mit der mehrheitlichen Übernahme von Mopisan ergänzt MAHLE seine auf Kleinserien ausgerichteten flexiblen Fertigungskapazitäten für Kolben, Kolbenbolzen und Zylinderlaufbuchsen. Das zukünftig als MAHLE Mopisan Izmir A.S. und MAHLE Mopisan Konya A.S. auftretende Unternehmen wird damit ein wichtiger Baustein für die Wachstumsstrategie von MAHLE im freien Handelsmarkt für Motorkomponenten.

  • Mai: Gründung eines Mehrheits-Joint-Ventures mit Hirschvogel in Brasilien

Das Joint Venture geht aus der bereits bestehenden Forjas Brasileiras S.A. in Queimados bei Rio de Janeiro hervor. MAHLE wird am neuen Unternehmen, das bei MAHLE vollkonsolidiert wird, 51 Prozent der Anteile halten, Hirschvogel 49 Prozent. Das Unternehmen beschäftigt rund 600 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 196 Millionen Reais (circa 75 Millionen Euro). MAHLE Hirschvogel Forjas S.A. stellt als drittgrößte Schmiede in Brasilien Pleuel, Komponenten für Einspritzsysteme und andere Bauteile für die Automobilindustrie her.

  • Mai: Kartellrechtliche Genehmigung des Joint Ventures Bosch Mahle Turbo Systems

Die Robert Bosch GmbH und die MAHLE GmbH haben ein paritätisches Gemeinschaftsunternehmen zur Entwicklung, Fertigung und zum Vertrieb von Abgasturboladern gegründet. Das Unternehmen hat im Juni seine Geschäftstätigkeit aufgenommen. Die Unternehmenszentrale mit Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb hat ihren Sitz in Stuttgart. Hier werden zunächst rund 100 Mitarbeiter tätig sein, die jeweils zur Hälfte aus den beiden Mutterhäusern kommen. Die Serienproduktion für Abgasturbolader startet 2011 an bereits bestehenden Standorten in St. Michael ob Bleiburg in Österreich und Blaichach/Immenstadt in Deutschland. Bis zu 500 Mitarbeiter werden dort in hoher Qualität wesentliche Teile und Komponenten fertigen und Abgasturbolader montieren, die in Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zum Einsatz kommen.

  • Juni: Übernahme von Clemex Mexico S.A. de C.V.

Das Unternehmen, das Lagerschalen und Lagerbuchsen für den automobilen Ersatzteilhandel und für die Erstausrüstung der Automobilhersteller herstellt, wird Anfang 2009 völlig in den MAHLE Konzern integriert. Es beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von 16 Millionen US-Dollar (circa 10,3 Millionen Euro). Alle Mitarbeiter werden von MAHLE übernommen.

  • Juni: Eröffnung des neuen Entwicklungszentrums in Brasilien

In dem in Jundiaí nahe São Paulo komplett neu gebauten Komplex für Forschung und Entwicklung sind auf einer bebauten Fläche von 16.800 Quadratmeter Laboratorien und Prüfstände untergebracht. Die 260 Mitarbeiter des Entwicklungszentrums übernehmen die komplette Forschung und Entwicklung sowie die Konstruktions- und Vertriebsabteilungen für Südamerika. Ein Forschungsschwerpunkt ist zudem die Anwendung von Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation.

  • Juli: Übernahme des Thüringer Pumpenherstellers ENTEC

Das Unternehmen entwickelt und fertigt geregelte Ölpumpen für Verbrennungsmotoren und ist damit künftig ein wichtiger Baustein für die MAHLE Produktlinie Flüssigkeitsmanagement-Systeme. Im Geschäftsjahr 2007 wurde mit rund 60 Mitarbeitern ein Umsatz von circa 7 Millionen Euro erzielt. Während die Entwicklung am Standort Crock/Thüringen konzentriert ist, findet die Produktion im Wesentlichen am Standort Brattendorf/Thüringen statt. Die Entwicklungstrends bei modernen Generationen von Verbrennungsmotoren konzentrieren sich, auch im Hinblick auf kommende CO2-Vorschriften, stark auf die deutliche Senkung des Kraftstoffverbrauchs. Hierzu können in Zukunft geregelte Ölförderpumpen maßgeblich beitragen, da sie jeweils nur den gezielt auf die unterschiedlichen Motorbetriebspunkte abgestimmten Ölbedarf zur Verfügung stellen. Das Kraftstoffeinsparpotenzial durch Optimierung des Gesamtsystems Ölkreislauf mittels Einsatz geregelter Ölpumpen liegt bei bis zu 3 Prozent.

  • August: Übernahme der Amafilter Group Holding BV

Die Amafilter Group erwartet für 2008 einen Umsatz von circa 80 Millionen Euro und beschäftigt rund 450 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Produktionsstandorten in den Niederlanden, England, Frankreich, Italien und den USA stellt ganzheitliche Filtrationslösungen für die Prozesstechnik her und ergänzt damit die bestehenden Produktionswerke des Geschäftsbereichs MAHLE Industriefiltration optimal. Vor allem in den Wachstumsmärkten Lebensmittel, Energietechnik, Öl und Gas sowie Chemie plant MAHLE in den nächsten Jahren ein deutliches Umsatzwachstum durch die Nutzung des erweiterten Produktprogramms und der zusätzlichen Produktionskapazitäten. Bereits für das kommende Jahr 2009 plant MAHLE im Geschäftsbereich Industriefiltration einen Umsatz von über 200 Millionen Euro.


Neue MAHLE Unternehmensausstellung: MAHLE INSIDE
Am 17. September eröffnet MAHLE am Stammsitz des Konzerns in Stuttgart/Bad Cannstatt seine neue Unternehmensausstellung: MAHLE INSIDE.

MAHLE hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Kolbenhersteller zum global aufgestellten Automobilzulieferer entwickelt. Allein in den letzten zehn Jahren stieg der Umsatz von 1,9 auf 5,1 Milliarden Euro und die weltweite Anzahl der Mitarbeiter von 21.000 auf 48.000. Das Produktportfolio hat sich deutlich erweitert und umfasst heute fünf Produktlinien und sechs Profit Center. Diese Struktur und Produktvielfalt konnte im alten MAHLE „Kolbenmuseum“ nicht adäquat abgebildet werden. Als es vor zwei Jahren einem neuen Rechenzentrum weichen musste, fiel die Entscheidung, ein neues Gebäude für eine Unternehmensausstellung zu bauen.

Vertreter der Konzernleitung, des Aufsichtsrats und der MAHLE-STIFTUNG werden die neue Unternehmensausstellung am 17. September im Rahmen einer Feierstunde offiziell einweihen. Für die Mitarbeiter am Standort Stuttgart fand am 13. September bereits ein Tag der offenen Tür statt.

MAHLE INSIDE steht in erster Linie den MAHLE Mitarbeitern, Kunden und Technikinteressierten offen. Es handelt sich nicht um ein öffentliches Museum mit festen Öffnungszeiten; auf Anfrage sind aber auch externe Besuchergruppen willkommen.

Vorschau auf die IAA 2008
Auf der diesjährigen IAA in Hannover stellt eine ganze Palette von Produktneuheiten vor:

  • MonoXcomp®-Kolben für Nutzfahrzeugmotoren zur Reduktion thermischer Belastung

  • Abstreifring aus Blech zur zuverlässigen Entfernung möglicher Ölkohle am Kolben

  • Kolbenbolzen mit PVD-Beschichtung für Hochleistungsmotoren

  • Gebaute Nockenwelle zur Gewichtsersparnis von bis zu 50 Prozent sowie zur Integration von Zusatzfunktionen wie Nockenwellen-Ölabscheidung oder Ausgleichswellen

  • Neue Ventillegierungen mit reduziertem Nickelgehalt zur Kosteneinsparung von teilweise mehr als 30 Prozent

  • Innovatives AGR-Management mit Ladeluftventil zur Reduzierung von Rohemissionen von Dieselmotoren

  • Elektrisch angetriebener Tellerseparator zur Separation von Öl aus dem Blow-by-Gas der Kurbelentlüftung

  • BlueDrain-System: Umwelt- und servicefreundliches automatisches Wasseraustragssystem für Dieselkraftstofffilter

 

Detaillierte Informationen zu den Produktneuheiten auf der IAA 2008 stehen ab dem 23. September im MAHLE Internet zur Verfügung.