Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im 1. Halbjahr 2014

Stuttgart, den 8. September 2014: Umsatz und Ergebnis des MAHLE Konzerns haben sich im ersten Halbjahr 2014 deutlich positiv entwickelt.

Umsatz

Im ersten Halbjahr 2014 erzielte der MAHLE Konzern weltweit einen Umsatz von 4.914,6 Millionen Euro und übertraf damit den Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums um 1.881,2 Millionen Euro (+62,0 Prozent). Diese Steigerung ist zum größten Teil auf die Erstkonsolidierung der MAHLE Behr-Gruppe zum 1. Oktober 2013 zurückzuführen. Konsolidierungs- und währungskursbereinigt hat sich der Umsatz im ersten Halbjahr um 3,4 Prozent erhöht.

In Europa erzielte MAHLE einen Umsatz von 2.605,4 Millionen Euro (+80,3 Prozent). Der neue Geschäftsbereich Thermomanagement trug durch hohe Umsätze mit Klimatisierungs- und Wärmetauscher-Produkten für Premiumhersteller zu diesem Wachstum bei. In den meisten westeuropäischen Einheiten konnte eine langsame Erholung verzeichnet werden; in Deutschland blieb das Geschäftsfeld relativ stabil. Der Umsatz in Ländern wie Russland und der Türkei fiel dagegen deutlich geringer aus als erwartet – neben der ökonomischen auch durch die politische Situation bedingt. Wechselkurseffekte in Höhe von 11,4 Millionen Euro wirkten sich zudem umsatzmindernd aus. Insgesamt lag der Anteil der europäischen Einheiten bei 53,0 Prozent des Gesamtumsatzes (+5,4 Prozent).

In der Region Nordamerika wurde ein Umsatz von 1.112,4 Millionen Euro erzielt (+76,2 Prozent). Bereinigt um hohe negative Wechselkurseffekte (–47,9 Millionen Euro), insbesondere durch die Abschwächung des US-Dollar, konnte der Umsatz des Vorjahreszeitraums um 83,8 Prozent übertroffen werden. Zu dieser Entwicklung trugen die im Rahmen der Erstkonsolidierung der MAHLE Behr-Gruppe neu hinzugekommenen Einheiten, aber auch die gestiegene Produktion von Pkw, leichten Nutzfahrzeugen und von schweren Nutzfahrzeugen bei. Der Anteil Nordamerikas am Konzern-Gesamtumsatz stieg im ersten Halbjahr leicht auf 22,6 Prozent an.

In der Region Südamerika lag der Umsatz mit 335,7 Millionen Euro um 24,0 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Wechselkurseffekte in Höhe von 61,0 Millionen Euro wirkten sich hierbei stark umsatzmindernd aus – insbesondere durch die Abwertung des brasilianischen Real und des argentinischen Peso. Bereinigt um die negativen Währungseffekte lag der Umsatz dennoch über dem Wert des Vergleichszeitraums 2013. Aufgrund der eher unterproportional aufgestellten neuen MAHLE Behr-Aktivitäten und der genannten Währungskurseffekte sank der Anteil Südamerikas am Konzernumsatz von 11,9 Prozent auf 6,8 Prozent.

In der Region Asien/Pazifik wurde ein Umsatz von 837,4 Millionen Euro erzielt (+40,1 Prozent), was neben einer positiven Entwicklung in Südkorea insbesondere auf den weiterhin guten Konjunkturverlauf in China und einer Steigerung von Marktanteilen zurückzuführen ist. Die Einheiten der neuen MAHLE Behr-Gruppe trugen 214,6 Millionen Euro zur Umsatzsteigerung bei. In einzelnen Märkten war eine rückläufige Umsatzentwicklung zu verzeichnen, vor allem in Thailand. Wie bereits im Vorjahr hatten negative Wechselkurseffekte in Höhe von 50,8 Millionen Euro einen großen Einfluss in der gesamten Region Asien/Pazifik. Dies war vor allem bedingt durch die weitere Abwertung des japanischen Yen um rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Asien-Anteil am Konzernumsatz betrug 17,0 Prozent.

Aufgrund der Integration der MAHLE Behr-Gruppe wurde erstmals ein Umsatz in Südafrika generiert. Er lag bei 23,7 Millionen Euro.

Ergebnis

Durch die insgesamt positive Umsatzentwicklung konnte das Ergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum erheblich gesteigert werden. Insgesamt erzielte MAHLE im ersten Halbjahr 2014 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 217,1 Millionen Euro, was einer Umsatzrendite von 4,4 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahreszeitraum entspricht. Mit 146,1 Millionen Euro lag auch der Halbjahresüberschuss ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert.

Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter hat sich stichtagsbezogen zum 30. Juni 2014 um 15.564 auf 63.519 Mitarbeiter erhöht (+32,5 Prozent). Der Anstieg im Vorjahresvergleich ist ausschließlich auf die Integration der MAHLE Behr-Gruppe zurückzuführen. In Spanien, Italien und Deutschland musste angesichts der teilweise zurückhaltenden Marktnachfrage an einigen Standorten auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen werden.

Ausblick auf das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr 2014 geht MAHLE weiterhin von einer uneinheitlichen Entwicklung in Europa aus. Erwartet werden leichte Zunahmen im Pkw- sowie ein leichter Rückgang im Nkw-Bereich. In Nordamerika wird mit einer fortlaufenden Erholung in beiden Fahrzeugsegmenten gerechnet, während man in Südamerika von einer deutlich rückläufigen Marktentwicklung in beiden Marktsegmenten ausgehen muss. Für Asien wird eine weiterhin positive Entwicklung und weiteres Wachstum erwartet, obwohl in einigen Ländern eine Marktstagnation zu verzeichnen ist. Insgesamt zeichnet sich ein Gesamtjahresumsatz von circa 9,7 bis 9,8 Milliarden Euro ab. Die aktuelle Situation in den osteuropäischen und arabischen Krisenregionen wird sowohl zu einer Umsatz- wie auch Ergebnisbelastung führen.

Highlights der Konzernentwicklung

Im März 2014 hat MAHLE ein neues Vertriebs- und Logistikzentrum für den Aftermarket in Limeira/Brasilien eröffnet und damit die Lager- und Logistikkapazität verdoppelt.

Ebenfalls für den Geschäftsbereich Aftermarket ging im Juni ein neues Vertriebs- und Logistikzentrum in Obninsk/Russland in Betrieb. Damit verstärkt MAHLE seine Präsenz auf dem osteuropäischen Kfz-Teilemarkt und kann nun den Kunden Support vor Ort bieten. Zudem bietet der Standort eine gute Basis für eine potenzielle künftige Produktion für die Erstausrüstung.

Im Juni hat MAHLE eine Vereinbarung zur Übernahme der Mehrheit der Aktien am slowenischen Konzern Letrika d.d. unterzeichnet. Die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden haben den Vollzug der Mehrheitsübernahme freigegeben. Gegen Mitte September wird voraussichtlich das Closing erfolgen. Letrika ist für MAHLE im Rahmen der mittel- und langfristigen Strategie zur Stärkung des Bereichs Mechatronik/Elektrik von zentraler Bedeutung. Der Hersteller von Elektromotoren, Generatoren sowie elektrischen und mechatronischen Antriebssystemen hat 2013 an Produktionsstandorten in Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Weißrussland, China und Brasilien mit 2.416 Mitarbeitern einen Umsatz von 242,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Mitte August wurden in China in Wuhan und Shenyang zwei neue Werke eröffnet. Mit nun 16 Standorten vor Ort kann MAHLE noch besser vom anhaltenden Wachstum des chinesischen Marktes profitieren und seinem langfristigen strategischen Ziel einer ausgewogenen regionalen Umsatzverteilung zwischen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien näherkommen. Beim Produktionswerk in Wuhan in der Provinz Hubei handelt es sich um den fünften chinesischen Standort des MAHLE Geschäftsbereichs Filtration und Motorperipherie. Das neue Werk in Shenyang ist auf die Fertigung von Produkten zur Fahrzeugklimatisierung und Motorkühlung spezialisiert.