Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2010

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Stuttgart, 15. April 2011 - Höchster Umsatz der Firmengeschichte erzielt


Geschäftsverlauf

Die unerwartet schnelle Erholung der Weltwirtschaft und der Automobilindustrie hat für den MAHLE Konzern zu einer vorzeitigen Rückkehr von Umsatz- und Ergebniskennzahlen auf Vorkrisenniveau geführt. Im Verlauf des Jahres hat sich das Umsatz- und Ergebnisniveau stetig verbessert. Insbesondere durch ein starkes zweites Halbjahr konnte MAHLE im Geschäftsjahr 2010 einen Konzernumsatz von 5.260,6 Millionen Euro erzielen – der höchste Umsatz der Firmengeschichte. Gegenüber dem krisenbeeinflussten Vorjahr entspricht dies einem Plus von über 36 Prozent. Zum Vergleich: Die weltweiten Produktionszahlen von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen stiegen um rund 26 Prozent. Damit konnte ein noch vor Jahresfrist als nicht realistisch eingeschätzter V-förmiger Verlauf der Umsatz- und Ergebnissituation erreicht werden.

Zu diesen erfreulichen Zahlen auf Konzernebene trugen alle Geschäftsbereiche und Profit Center bei. Auf regionaler Ebene sind sie allerdings unterschiedlich zu werten. Zieht man zum Vergleich das von der Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend unbeeinflusste Jahr 2008 heran, zeigen sich deutliche Strukturveränderungen. Während 2008 noch 54 Prozent des Umsatzes in Europa generiert wurden, sank dieser Anteil 2010 auf 48 Prozent. Der Umsatzanteil von Asien und Südamerika stieg hingegen von 29 auf 35 Prozent. Nordamerika liegt nahezu unverändert bei etwa 17 Prozent.

Man erkennt an diesen Zahlen zum einen sehr deutlich, wo die Wachstumsmärkte der Automobilindustrie liegen, zum anderen aber auch, dass MAHLE frühzeitig und proaktiv in diese Märkte investiert hat und heute in vollem Umfang davon partizipieren kann.


Rückkehr zu einem deutlich positiven Jahresüberschuss
Die gute Auslastung resultierte in einer deutlichen Abnahme der Herstellungskosten. In der gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent verbesserten Quote zeigten sich insbesondere die Resultate der konsequent verfolgten Restrukturierungs- und Produktivitätsverbesserungsmaßnahmen. Die Vertriebs-, Verwaltungs- und Entwicklungskosten stiegen im Jahresvergleich unterproportional zum Umsatz, sodass die kumulierte Quote von 19,2 Prozent auf 16,8 Prozent sank. Insgesamt wurde ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 251,5 Millionen Euro erzielt.


Mitarbeiterentwicklung
Zum Jahresende 2010 beschäftigte der MAHLE Konzern 47.457 Mitarbeiter. Gegenüber einem restrukturierungs- und auftragsbedingten Rückgang auf 43.489 Mitarbeiter Ende 2009 bedeutet dies einen Aufbau von 3.968 Mitarbeitern oder 9,1 Prozent. Im Vergleich zum Höchststand von 51.383 Mitarbeitern Ende des dritten Quartals 2008 werden etwa 4.000 Mitarbeiter weniger beschäftigt. Dies ist ein eindeutiges Zeichen für die Produktivitätssteigerung, die durch die Restrukturierungsmaßnahmen erreicht werden konnte.

Entsprechend der unterschiedlichen Umsatzentwicklung in den Regionen ist die Anzahl der Mitarbeiter gegenüber Dezember 2009 insbesondere in Südamerika (+11,6 %), in der Region Asien/Pazifik (+7,1 %) und in Nordamerika einschließlich Mexiko (+27,9 %) gestiegen. In Europa erhöhte sich der Personalstand zwar auch um 677 Mitarbeiter (+3,5 %), ursächlich hierfür war aber die Erstkonsolidierung der MAHLE Behr Industry ab dem 1. Juli 2010.


Konzernentwicklung

Wichtigste Eckpunkte waren eindeutig die mehrheitliche Übernahme der Industrieaktivitäten der Behr-Gruppe sowie die stufenweise Beteiligung an der Behr-Automotive-Gruppe.

Februar 2010: MAHLE übernimmt Mehrheit an Behr Industry
Die Aufsichtsratsgremien der MAHLE GmbH und der Behr GmbH & Co. KG stimmen einem Erwerb von 60 Prozent der Gesellschaftsanteile der Behr Industry GmbH & Co. KG durch den MAHLE Konzern zu.

Der Industrie-Geschäftsbereich der Behr-Gruppe erwirtschaftet 2009 mit circa 950 Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und den USA einen Umsatz von circa 178 Millionen Euro. Hauptprodukte sind Kühl- und Klimatisierungssysteme für Schienen- und Sonderfahrzeuge, Busse, Schiffe, Bau- und Landmaschinen sowie die Luftfahrtindustrie und stationäre Großmotoren zur Energieerzeugung. Behr Industry firmiert heute unter dem Namen MAHLE Behr Industry.

MAHLE bündelt die bisherigen Industrieaktivitäten für Großmotoren und Industriefiltration sowie die Aktivitäten von MAHLE Behr Industry im neuen Geschäftsbereich Industry und plant ein jährliches Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro. Langfristig soll durch organisches Wachstum in neuen industriellen Anwendungsfeldern sowie durch Akquisitionsschritte ein Geschäftsumfang von mehr als einer Milliarde Euro erzielt werden.

Juli 2010: MAHLE und Behr unterzeichnen Beteiligungsvertrag
Die beiden ersten Stufen der Beteiligung an der Behr GmbH & Co. KG (und damit an der gesamten Behr-Gruppe) erfolgen durch eine einseitige Kapitalerhöhung durch MAHLE. In der ersten Stufe (2010) beteiligt sich MAHLE mit 19,9 Prozent; in der zweiten Stufe (Anfang 2011) erfolgt eine Erhöhung der Beteiligung auf 36,85 Prozent. Darüber hinaus regelt der Vertrag, dass MAHLE durch die Ausübung einer Call Option ab Anfang 2013 weitere Gesellschaftsanteile erwerben und damit die Mehrheit an Behr übernehmen kann. Die gegenwärtigen Behr-Gesellschafter können anschließend über einen Zeitraum von zehn Jahren ihre Anteile an MAHLE veräußern.

MAHLE und Behr sind durch ihr jeweiliges Know-how nun in der Lage, funktions- und kostenoptimierte Systemumfänge wie Abgasrückführungsmodule, Luftansaugmodule mit integrierten indirekten Ladeluftkühlern, Klimageräte mit integrierten Innenraumluftfiltern sowie Flüssigkeitsfiltermodule mit integrierten Kühl- und Heizfunktionen für die weltweiten Kunden zu entwickeln und zu produzieren. Zudem eröffnet das Behr-Produktportfolio MAHLE den Zugang zum strategisch wichtigen Zukunfts- und Wachstumsfeld „Effizientes Thermomanagement“ im Automotive- wie auch im Industriebereich.

Behr ist derzeit mit rund 16.500 Mitarbeitern an mehr als 30 Entwicklungs- und Produktionsstandorten in zwölf Ländern tätig und erwirtschaftete in 2010 bei einem Umsatz von circa 3,3 Milliarden Euro ein EBIT von etwa 100 Millionen Euro.

Nach der Mehrheitsübernahme soll Behr 2013 bei rechtlicher Eigenständigkeit organisatorisch in den MAHLE Konzern integriert und als Geschäftsbereich geführt werden. Mittelfristig ist vorgesehen, bereits existierende Entwicklungs- und Produktionsstandorte gemeinsam zu nutzen und in bestimmten Ländern mit Wachstumspotenzial gemeinsam neue Standorte zu gründen.

Alle Geschäftsfelder von Behr (Antriebsstrang-Thermomanagement und Innenraum-Klimatisierung) sowie alle Behr-Joint-Venture-Aktivitäten sollen weitergeführt werden.


Ausblick auf das Geschäftsjahr 2011

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet MAHLE eine weitere Steigerung des Umsatzes in allen regionalen Teilmärkten. Wichtig werden einmal mehr die zukunftsträchtigen Märkte in Asien und Südamerika sein. Die gute Wettbewerbsposition des MAHLE Konzerns auf diesen Auslandsmärkten wird es ermöglichen, schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen. Insgesamt geht MAHLE davon aus, im Jahr 2011 eine Umsatzsteigerung auf über 5,5 Milliarden Euro und ein entsprechend über 2010 liegendes Ergebnisniveau zu erreichen.

Am 11. März 2011 wurde Japan von einem sehr schweren Erdbeben und Tsunami getroffen. Die Schäden an den MAHLE Werken sind gering, da sie nicht in der betroffenen Region liegen. Zurzeit nicht überschaubar sind die Folgen, die sich aus der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima ergeben können.