Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2011

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Präsentation Bilanz-Pressekonferenz [PDF; 2632 KB]


Stuttgart, den 20. April 2012 - Mit über sechs Milliarden Euro erzielt MAHLE erneut einen Umsatzrekord


1. Geschäftsverlauf

Umsatz
Das Geschäftsjahr 2011 hat sich für MAHLE insgesamt positiver entwickelt als ursprünglich erwartet. Der Jahresumsatz stieg um 741,6 Millionen Euro auf 6.002,2 Millionen Euro – den höchsten der Unternehmensgeschichte. Das entspricht einem Wachstum von 14,1 Prozent. Dies ist umso positiver zu bewerten, als MAHLE von zwei großen Naturkatastrophen in Asien getroffen wurde: das Erdbeben in Japan am 11. März und die Überflutung großer Teile Thailands im November/Dezember. Unsere Werke in diesen Ländern haben teilweise deutliche Schäden davongetragen und konnten über Monate nicht im normalen Umfang produzieren. Unsere international gute Wettbewerbsposition und Stellung als globaler Entwicklungspartner der Automobil- und Motorenindustrie haben es aber ermöglicht, die Umsatzausfälle auszugleichen und insgesamt deutlich schneller zu wachsen als der Markt.

Im Vergleich zu 2008 – dem letzten Jahr vor der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise – sank der relative Umsatzanteil Europas von 54 Prozent auf 50 Prozent, während der Anteil Asiens von 16 auf 20 Prozent anstieg. Bezogen auf Automotive-OE-Umsätze beträgt der Asien-Anteil bereits mehr als 25 Prozent.


Ergebnis
Das unerwartet starke Umsatzwachstum stellte unsere Produktionswerke vor unvorhergesehene Herausforderungen. Um dem Nachfrageverhalten unserer Kunden folgen zu können, waren insbesondere in der ersten Jahreshälfte kostenintensive Sondermaßnahmen erforderlich. Die Produktionsstörungen in unseren acht Produktionswerken in Japan und Thailand wirkten sich ebenfalls deutlich auf das Ergebnis aus. Zudem belasteten marktbedingte Materialpreissteigerungen das Ergebnis in erheblichem Maße.

Insgesamt haben wir dennoch unsere interne Zielsetzung einer operativen Renditemarge von > 5 Prozent erreicht. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) stieg gegenüber dem Vorjahr um genau 100 Millionen Euro auf 351,5 Millionen Euro. Nach Berücksichtigung einer deutlich höheren Steuerquote als im Vorjahr betrug der Jahresüberschuss (Ergebnis nach Steuern) 231,1 Millionen Euro.

Mitarbeiter
Zum 31.12.2011 beschäftigte der MAHLE Konzern 48.818 Mitarbeiter – das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Mitarbeiterentwicklung nach Regionen stellt sich wie folgt dar:

  • Europa (+2,7 %), davon Deutschland (+0,2 %)
  • Nordamerika (+6,7 %)
  • Südamerika (–0,7 %)
  • Asien/Pazifik (+4,9 %)

 

In die fortlaufende Qualifizierung unserer Mitarbeiter haben wir 6,2 Millionen Euro investiert. Im Rahmen der internen Nachfolgeplanung konnten nach Einführung eines weltweiten MAHLE Talent-Management-Systems über 80 Prozent der Positionen im oberen Führungskreis durch Benennung interner Nachfolgekandidaten abgesichert werden.

Langfristige Trends
In der langfristigen Betrachtung im Vergleich zum Jahr 2000 hat MAHLE den Umsatz um den Faktor 2,5 gesteigert (CAGR = 8,7 %), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) nahezu verdoppelt und den Mitarbeiterstand um 23.000 erhöht.

 
2. Konzernentwicklung

Beteiligung an der Behr-Gruppe
Die Konzernentwicklung 2011 war wesentlich von unserer Beteiligung an der Behr-Gruppe geprägt. Sie stärkt unsere Marktposition nachhaltig und versetzt uns in die Lage, unser Produktprogramm auszubauen und zu optimieren. Dies gilt für den gesamten Systemumfang für moderne Verbrennungsmotoren, aber auch für alternative Antriebstechnologien sowie für das Thermomanagement des Gesamtfahrzeugs. Anfang des Jahres haben wir unsere Beteiligung auf 36,85 Prozent erhöht und mittlerweile mit den Planungen begonnen, im Laufe des Jahres 2012 die Übernahme der Mehrheitsanteile einzuleiten.

Auch die Integrationsplanung schreitet gut voran. Das für diesen Prozess eigens geschaffene Integrationsteam leistet gute Arbeit − in Europa, aber auch in Nord- und Südamerika sowie Asien. Dadurch werden wir nach der Mehrheitsübernahme rasch in der Lage sein, neue Strukturen und Prozesse zu implementieren, gemeinsame Kundenprojekte zu akquirieren und so weitere Synergieeffekte zu erzielen. Eine Vielzahl von Projekten ist derzeit im Produktplanungsprozess. Mittelfristig wird MAHLE durch die Behr-Integration ein größeres und leistungsstärkeres Unternehmen, das global eines der 15 größten Automobilzulieferunternehmen sein wird und damit eine wesentliche Rolle in der Automobilzulieferindustrie übernehmen wird.

Anteilserhöhung MAHLE Mopisan
Im Rahmen seines strategischen Engagements bei Motorenteilen für den Aftermarket hat MAHLE zu Beginn des Jahres 2011 die restlichen Anteile am türkischen Motorenteilehersteller MAHLE Mopisan übernommen. MAHLE Mopisan betreibt in der Türkei zwei Fertigungswerke in Izmir und Konya sowie ein Regionallager für den Aftermarket in Izmir. Die Unternehmen firmieren seither als MAHLE Izmir A.S. und MAHLE Konya A.S.

MAHLE Industry übernimmt InnoWa Membrane
Der MAHLE Geschäftsbereich Industry hat zu Beginn des Jahres 2012 die InnoWa Membrane GmbH mit Sitz in Schwaikheim übernommen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung, Anwendung und Herstellung von Hochleistungs-Filtersystemen auf Basis der Membrantechnologie und firmiert heute als MAHLE InnoWa GmbH.


3. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

Wir rechnen auf globaler Basis mit einem stabilen Geschäftsverlauf und gehen davon aus, dass wir aufgrund unserer guten Wettbewerbsposition sowohl 2012 als auch 2013 im Hinblick auf Umsatz und Ergebnis an den globalen Entwicklungen der weltweiten Automobilproduktion partizipieren können. Gerade angesichts der bestehenden Unsicherheiten ist unsere globale Ausrichtung ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Mögliche Rückgänge der Nachfrage in einzelnen Märkten können so zumindest teilweise durch andere Regionen aufgefangen werden. Wachstumsimpulse erwarten wir aus den Regionen Asien/Pazifik und Nordamerika.

Um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken, wollen wir unsere Marktposition auf allen wichtigen Automobilmärkten kontinuierlich ausbauen. Für 2012 gehen wir deshalb trotz der Produktionsreduzierungen in Europa von einem moderaten Umsatzwachstum des MAHLE Konzerns aus. Zudem erwarten wir, dass die in den vergangenen Jahren durchgeführten Restrukturierungsmaßnahmen, Kapazitätsanpassungen und die erzielten Produktivitätssteigerungen die Ergebnisentwicklung des Konzerns weiter fördern werden.

MAHLE ist inzwischen mit 36,85 Prozent an der Behr-Gruppe beteiligt. Im Beteiligungsvertrag von 2010 wurde eine gestufte Erhöhung der Beteiligungsquote festgeschrieben. Um eine Mehrheitsbeteiligung von
> 50 Prozent und damit einhergehend eine Vollkonsolidierung zu erreichen, ist zum 1. Juli 2012 die Ausübung einer entsprechenden Call Option vorgesehen.

Um unsere technologisch führende Position auf dem Weltmarkt weiter zu stärken, werden wir unsere Forschungs- und Entwicklungszentren in Detroit/USA und Shanghai/China 2012 deutlich ausbauen und unsere Entwicklungsprüfstands- und Laborkapazitäten teilweise mehr als verdoppeln.