Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2012

Stuttgart, den 19. April 2013 - MAHLE profitiert von seiner weltweiten Präsenz. 53 Prozent des Umsatzes werden inzwischen außerhalb Europas erwirtschaftet.

Umsatz

Erhöhten sich die Umsätze des MAHLE Konzerns im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahr noch um knapp acht Prozent, verliefen die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte deutlich verhaltener. Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2012 um knapp drei Prozent auf 6.159,5 Millionen Euro. Bereinigt um positive Fremdwährungseffekte blieb der Umsatz in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Angesichts des insbesondere in Europa schwierigen Marktumfelds profitierte MAHLE 2012 von der in den vergangenen Jahren konsequent betriebenen Stärkung des außereuropäischen Geschäfts; es wirkte als wichtiger Stabilisierungsfaktor. Der Anteil der außerhalb Europas erzielten Umsätze erhöhte sich somit auf 53 Prozent. 47 Prozent des Umsatzes wurden in Europa erwirtschaftet, 20 Prozent in Nord- und 12 Prozent in Südamerika; auf die Region Asien/Pazifik entfallen 21 Prozent. Bezogen auf das Vorkrisenjahr 2008 sank der Europa-Anteil am MAHLE Konzernumsatz von 54 auf 47 Prozent. Akquisitionsbereinigt konnte damit der in Europa erzielte Umsatz lediglich auf konstantem Niveau gehalten werden. Das in diesem 5-Jahres-Zeitraum erzielte Konzernwachstum von 22,8 Prozent wurde daher fast ausschließlich in den Regionen außerhalb Europas erzielt, und zwar schwerpunktmäßig in den Regionen Asien und Nordamerika.

Der Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten erreichte das Vorjahresniveau nicht ganz, was auf ein insbesondere in Europa und Südamerika schwieriges Marktumfeld zurückzuführen ist. Zudem erzielt der Geschäftsbereich maßgebliche Umsatzanteile im global rückläufigen Nutzfahrzeugmarkt. Der Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie entwickelte sich dagegen 2012 zum wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns. Trotz konjunktureller Eintrübung in mehreren Regionen stieg sein Umsatz um 13,2 Prozent – der Geschäftsbereich erwirtschaftet damit 31,3 Prozent des Konzernumsatzes. Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Aftermarket lagen ebenfalls über dem Vorjahreswert. Der Geschäftsbereich Industry konnte das Niveau des Vorjahres halten.

Ergebnis

Durch rechtzeitig eingeleitete Kostenanpassungen und Produktivitätsverbesserungen wurde vermieden, dass die Herstellungskosten überproportional stiegen. Dies spiegelt sich in einer nahezu unveränderten Bruttomarge von 21,3 Prozent wider (Vorjahr: 21,5 Prozent), was umso positiver zu bewerten ist, als 2012 die Aufwendungen für Prototypen nicht mehr als F&E-, sondern als Herstellungskosten ausgewiesen wurden.

Für Forschung und Entwicklung wurden 289,4 Millionen Euro (Vorjahr: 322,8 Millionen Euro) aufgewendet. Die Reduzierung ist ausschließlich auf den genannten geänderten Ausweis der Aufwendungen für Prototypen zurückzuführen. Der F&E-Etat insgesamt wurde trotz des teilweise schwierigen Geschäftsumfelds auch 2012 wieder erhöht.

Das Finanzergebnis hat sich um 63,5 Millionen Euro auf –136,8 Millionen Euro verschlechtert. Dies ist im Wesentlichen auf das deutlich niedrigere Ergebnis assoziierter Unternehmen zurückzuführen, in dem Belastungen durch Sondereffekte bei der Behr-Gruppe und ein erhöhter Aufwand aus zu erwartenden Anlaufverlusten bei Bosch Mahle Turbo Systems enthalten sind.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 267,1 Millionen Euro und liegt – bereinigt um
Sondereffekte – trotz der zum Teil schwierigen Marktbedingungen klar über dem des Vorjahres. Insgesamt war damit für 2012 eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung zu verzeichnen.

Investitionen

Auch 2012 investierte MAHLE deutlich über dem Abschreibungsniveau in die Erweiterung und Modernisierung der Produktionskapazitäten. 62 Prozent der Sachanlageinvestitionen wurden in außereuropäischen Märkten getätigt. Insbesondere stärkte MAHLE die Produktionskapazitäten in Asien. In Kyushu/Japan wurde in der Nähe wichtiger japanischer Kunden ein neues Produktionswerk für Luftansaug- und Filtrationssysteme errichtet. In Thailand wurden beide bestehenden Werke im Großraum Bangkok erweitert. Zudem wurden die Forschungs- und Entwicklungszentren in Shanghai/China und in Detroit/USA ausgebaut.

Mitarbeiter

Ende 2012 beschäftigte der MAHLE Konzern 47.662 Mitarbeiter; dies sind 1.156 weniger als im Vorjahr. Entsprechend der Umsatzentwicklung sank die Zahl der Mitarbeiter in Europa und Südamerika, während sie in Nordamerika und Asien stieg. Der Anteil der außerhalb von Europa beschäftigten Mitarbeiter blieb mit 57,9 Prozent aber nahezu konstant.

2012 hat der Konzern fast sieben Millionen Euro in die Qualifizierung der Mitarbeiter investiert. In Deutschland wurde MAHLE vom CRF Institute als Top-Arbeitgeber Automotive 2012/2013 ausgezeichnet.

Langfristige Trends

Der Umsatz des MAHLE Konzerns hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt und die Zahl der Mitarbeiter um rund 17.000 erhöht.

Konzernentwicklung

Beteiligung an der Behr-Gruppe

Kartellbehörden in Europa und den USA haben Ermittlungen gegen Hersteller thermischer Systeme für die Automobilindustrie aufgenommen. Weil auch Behr davon betroffen ist, hat MAHLE die für 2012 geplante Mehrheitsübernahme bis zur hinreichend sicheren juristischen und wirtschaftlichen Klärung potenzieller Implikationen verschoben. Die strategische Beurteilung einer vollen Integration von Behr in den MAHLE Konzern ist jedoch unverändert positiv.

Die Behr-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012 einen Umsatz von etwa 3,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis entwickelte sich entsprechend der verhaltenen Marktlage zufriedenstellend. Positiv zu bewerten ist, dass aufgrund der Zusammenarbeit der Entwicklungs- und Vertriebsteams von MAHLE und Behr umfangreiche Kundenprojekte akquiriert werden konnten.

Beteiligung an Kokusan Denki Co., Ltd.

Zum Jahreswechsel beteiligte sich MAHLE mit etwa 30 Prozent an der in Tokio börsennotierten Gesellschaft Kokusan Denki Co., Ltd., einem Spezialisten für Mechatronikprodukte. Kokusan Denki Co., Ltd. beschäftigt in Japan circa 820 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011/2012 einen konsolidierten Umsatz von 23,4 Milliarden Yen (knapp 190 Millionen Euro).

Akquisition der RTI Technologies, Inc.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in York/Pennsylvania (USA) hat sich auf Automobilwartungsgeräte spezialisiert. Die Akquisition der RTI, die 2012 einen Umsatz von rund 16,6 Millionen US-Dollar (circa 13 Millionen Euro) erzielte, ermöglicht eine strategische Erweiterung der MAHLE Aftermarket-Aktivitäten im Bereich Werkstattausrüstung.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2013

Um an den deutschen Standorten eine erhöhte Produktionsflexibilität zu erreichen, hat MAHLE mit den betrieblichen Gremien eine Beschäftigungssicherung bis Mitte 2015 vereinbart, die im Gegenzug eine befristete Reduzierung von Arbeitszeiten sowie eine Erhöhung des zurzeit genutzten Anteils befristet Beschäftigter und Leiharbeiter ermöglicht.

Die in den vergangenen Jahren konsequent verfolgte Internationalisierungsstrategie stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorteil dar. Belastungen durch das schwierige europäische Marktumfeld sollten so zumindest teilweise durch andere Regionen ausgeglichen werden können. 2013 und 2014 soll insbesondere der Produktions-Footprint für das Automotive-Geschäft in Asien/Pazifik weiter ausgebaut werden. Konkret sind Erweiterungsinvestitionen in China und Indonesien geplant.

Im Rahmen der langfristigen Konzernentwicklung strebt MAHLE auch 2013 eine weitere Diversifikation des Produktportfolios sowie die Erweiterung des Bereichs Non-Automotive an. Neben nachhaltigen Investitionen in Forschung und Entwicklung nutzt der Konzern dabei die strategischen Akquisitionen zur kontinuierlichen Verbreiterung des Produktportfolios.