Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns im Jahr 2013

Stuttgart, den 17. April 2014 - Geschäftsjahr 2013 im Zeichen der strategischen Weiterentwicklung des Produktportfolios

 

Umsatz

Der Gesamtumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 6.941,3 Millionen Euro. Neben einem regional unterschiedlichen Geschäftsverlauf und erheblichen negativen Wechselkurseffekten wurde er durch positive Veränderungen des Konsolidierungskreises beeinflusst.

Am 30. September 2013 fand das Closing zur Mehrheitsübernahme der Gesellschaftsanteile an der ehemaligen Behr-Gruppe statt. Die nun als MAHLE Behr firmierende Einheit wurde damit erstmals im vierten Quartal 2013 vollkonsolidiert. Das Automotive-Geschäft von MAHLE Behr wird im neuen Geschäftsbereich Thermomanagement zusammengefasst. Behr Thermottronik (BTT) sowie die Joint Ventures Behr-Hella Thermocontrol (BHTC) und Hella Behr Plastic Omnium (HBPO) werden als Profit Center Thermostate und Ventile, Bediengeräte sowie Frontend-Module geführt. Damit gliedert sich der MAHLE Konzern nun in fünf Geschäftsbereiche und sieben Profit Center.

Aus den Änderungen des Konsolidierungskreises ergab sich ein positiver Umsatzeffekt von 956,7 Millionen Euro. Neben den Umsätzen von MAHLE Behr ab Oktober sind hierin die Umsätze aus der Akquisition des US-amerikanischen Unternehmens RTI Technologies für Werkstattausrüstungen enthalten.

Unter Berücksichtigung der neu hinzugekommenen Einheiten wurden 2013 knapp 50 Prozent der Umsätze in Europa sowie 21 Prozent in Nord- und zehn Prozent in Südamerika erwirtschaftet; auf Asien entfallen 19 Prozent. Mit Durban und Port Elizabeth verfügt MAHLE durch die Mehrheitsübernahme der Gesellschaftsanteile an der ehemaligen Behr-Gruppe nun erstmals auch über Produktionsstandorte in Afrika.

Bedingt durch die sehr globale Aufstellung des Konzerns und teilweise dramatischen Wechselkursverschiebungen – vor allem beim japanischen Yen, brasilianischen Real und beim US-Dollar – wurde der MAHLE Konzern-Umsatz mit 311,7 Millionen Euro in erheblichem Umfang durch Fremdwährungseffekte negativ belastet.

In den Geschäftsbereichen verlief die Entwicklung sehr unterschiedlich:

  • Der Geschäftsbereich Motorsysteme und -komponenten verfehlte das Vorjahresniveau. Zum einen führten die Wechselkurseffekte zu erheblichen Umsatzrückgängen; zum anderen wurde die Geschäftsentwicklung durch den teilweise schwachen Nfz- und Off-Highway-Markt sowie die Marktschwäche einzelner europäischer Pkw-Hersteller belastet.
  • Der Geschäftsbereich Filtration und Motorperipherie profitierte von der zunehmenden Komplexität der Motorperipherie von Downsizing-Motoren sowie der Technologiestärke des Konzerns und erzielte, bereinigt um negative Wechselkurseffekte, ein solides Umsatzwachstum von 6,7 Prozent.
  • Der neue Geschäftsbereich Thermomanagement erwirtschaftete von Oktober bis Dezember Umsatzerlöse in Höhe von 747 Millionen Euro und trug damit 10,8 Prozent zum Konzernumsatz bei.
  • Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Aftermarket lagen leicht über dem Vorjahreswert.
  • Das Industriegeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück.

Bereinigt um Erstkonsolidierungseffekte und Währungskurseffekte wurde – trotz einer in vielen Bereichen verhaltenen Marktnachfrage – ein organisches Wachstum von zwei Prozent erzielt.

 

Ergebnis

Mit 1.410,6 Millionen Euro lag das Bruttoergebnis über dem Vorjahresniveau. Allerdings war ein Rückgang der Bruttomarge auf 20,3 Prozent zu verzeichnen. Sondereffekte spielten hierbei eine wesentliche Rolle: Der erstmalige Einbezug der MAHLE Behr-Gruppe ab Oktober 2013 wirkte sich positiv aus, Abschreibungen in Höhe von 25,7 Millionen Euro auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation nach HGB pflichtgemäß aufgedeckten stillen Reserven minderten das Ergebnis jedoch. Zudem wurde es durch wesentliche Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Westeuropa belastet. Weil MAHLE weiterhin in Europa insbesondere für etablierte Produkte von einer verhaltenen Marktentwicklung ausgeht, wurden deutliche Maßnahmen getroffen, um potenzielle Überkapazitäten abzubauen.

Trotz der sehr umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen in Westeuropa, die entweder zu direktem Aufwand bzw. zu Rückstellungen führten, konnte ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 306,5 Millionen Euro erreicht werden; die Umsatzrendite betrug damit 4,4 Prozent. Der Jahresüberschuss lag mit 235,6 Millionen Euro und einer Rendite von 3,4 Prozent vom Umsatz mit 58,4 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis konnte auf –116,2 Millionen Euro (Vorjahr: –136,8 Millionen Euro) verbessert werden. 2012 wurde es durch negative Sondereffekte der ehemaligen Behr-Gruppe beeinflusst; 2013 wurde hier dagegen für die ersten neun Monate ein positives Ergebnis erfasst.

Insgesamt konnte der Zielkorridor unserer operativen Umsatzrendite (EBIT-Quote: sechs bis sieben Prozent) erreicht werden. Vor dem Hintergrund der verhaltenen Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten sowie der restrukturierungsbedingten Einmalaufwendungen wurde damit im Jahr 2013 ein insgesamt positives Ergebnis erzielt.

 

Investitionen

Mit 397,4 Millionen Euro übertrafen die Investitionen in Sachanlagen den Wert des Vorjahres um 73,6 Millionen Euro. Im Verhältnis zu den Abschreibungen betrug die Quote knapp 140 Prozent gegenüber 120 Prozent im Vorjahr. Ziel war es vor allem, Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen. Die Investitionen erfolgten großteils zur Vorbereitung weiterer Serienaufträge und Implementierung neuer Fertigungstechnologien. Zudem investierte der Konzern in die Erhöhung des Automatisierungsgrads und Rationalisierung der Fertigungsabläufe. Auch in wichtigen Wachstumsmärkten wurden umfangreiche Investitionen getätigt. Bedeutende Projekte waren ein Neubau am brasilianischen Logistik- und Aftermarket-Standort Limeira bei São Paulo, ein neues Logistikzentrum in Obninsk/Russland, neue Produktionsstandorte in China und Indonesien sowie der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungszentren in Detroit/USA und Shanghai/China.

 

Mitarbeiter

Zum Stichtag 31. Dezember 2013 lag die Mitarbeiterzahl bei 64.345 und damit um 35 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Anstieg um 16.683 Mitarbeiter ist fast ausschließlich auf die Integration der MAHLE Behr-Mitarbeiter begründet.

MAHLE unterstützt die Entwicklung der Fach- und Führungskräfte; weltweit wurden 53.426 Qualifizierungsmaßnahmen von MAHLE Mitarbeitern besucht. In Europa wurde MAHLE als herausragender Arbeitgeber im Bereich Automotive ausgezeichnet.

Die neue erweiterte MAHLE Familie zählt 64.345 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten an über 140 Produktionsstandorten in 28 Ländern sowie in zehn großen Forschungs- und Entwicklungszentren.

 

Konzernentwicklung

BMTS gründet Tochterunternehmen in China
Bosch Mahle Turbo Systems, das 50:50-Joint-Venture mit der Robert Bosch GmbH, hat ein 100-Prozent-Tochterunternehmen in China gegründet. Der Spezialist für Abgasturbolader stellt sich damit auf ein weiterhin starkes Marktwachstum für aufgeladene Ottomotoren auf dem derzeit weltgrößten Automobilmarkt ein. In einem Neubau auf dem Gelände des MAHLE Technologie-Centers in Shanghai werden auf zunächst 5.000 Quadratmetern Fläche Turbolader für Ottomotoren für global und lokal agierende Kunden gefertigt. Die Kapazität liegt bei über einer Million Turboladern pro Jahr; sie ist durch Kundenaufträge bereits abgesichert. Die Serienproduktion soll im vierten Quartal 2014 starten.

Übernahme der Mehrheitsanteile an Behr – heute MAHLE Behr
Die größte Einzelinvestition war 2013 die Erhöhung des Anteils an der ehemaligen Behr-Gruppe auf 50,71 Prozent. Die Querschnitts- und Service-Funktionen Vertrieb, Vorausentwicklung, Produktionsmaterial-Einkauf, Finanz- und Rechnungswesen, IT, Qualität und Umwelt, Recht, Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit sowie Personalwesen werden zusammengeführt. Die Umsetzung der Integration soll 2014 in allen Weltregionen zügig abgeschlossen werden.

Beteiligung an Kokusan Denki Co., Ltd.
Die in Tokio börsennotierte Gesellschaft ist ein Spezialist für Mechatronikprodukte. MAHLE hat sich 2013 zunächst mit 30,82 Prozent beteiligt und den Anteil Anfang 2014 auf 38,87 Prozent erhöht. Kokusan Denki Co., Ltd. beschäftigt in Japan circa 820 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012/2013 einen konsolidierten Umsatz von rund 160 Millionen Euro.

Anteilserhöhung an MAHLE India Pistons Ltd.
Ende 2013 hat MAHLE seine Beteiligung am indischen Kolbenhersteller MAHLE India Pistons Limited von bisher rund 60 auf 100 Prozent aufgestockt, um künftig unabhängig Investitionsmaßnahmen und Technologietransfers beschließen zu können. Das im südindischen Chennai gelegene Werk erwirtschaftete 2013 einen Umsatz von circa 15 Millionen Euro.

 

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2014

Im Jahr 2014 plant MAHLE in der neuen Aufstellung mit einem Umsatz von rund zehn Milliarden Euro – vorbehaltlich der Entwicklung der Automobilmärkte und der Wechselkurse. Die gezielte Erweiterung des Produktportfolios soll fortgesetzt werden. Das wichtige Zukunftsthema Thermomanagement ist jetzt eines der Zentralthemen. Zudem plant MAHLE, den Bereich Mechatronik weiter auszubauen. Ziel ist es, den Konzern langfristig in wichtigen Technologie- und Wachstumsfeldern zu etablieren, um die Wettbewerbsposition mit Blick auf bestehende technologische Herausforderungen dauerhaft weiter zu stärken.

Die in den vergangenen Jahren konsequent verfolgte Internationalisierungsstrategie stellt einen wichtigen Wettbewerbsvorteil dar. Um die Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft zu sichern, treibt MAHLE den kontinuierlichen Ausbau der internationalen Ausrichtung weiter voran. 2014 werden vier neue Werke in China und Indonesien die Produktion aufnehmen. Auch in Mexiko laufen die Vorbereitungen für zwei Werksneubauten. Für Rumänien sind in den nächsten Jahren umfangreiche Erweiterungsinvestitionen geplant.

Die solide Eigenkapitalausstattung und die Stärkung der Liquidität durch kontinuierliche Diversifizierung der Finanzierungsquellen haben sich vor dem Hintergrund der volatilen Märkte ausgezahlt. Zur nachhaltigen Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit soll dieser Kurs auch 2014 fortgeführt werden.