Presseinformation zum Geschäftsverlauf des MAHLE Konzerns in 2007

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Asien treibt Expansion der Weltautomobilindustrie
Auch im Jahr 2007 profitierte die Automobilindustrie von der dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft. Als Folge der höheren Nachfrage, vor allem in China und Indien, aber auch in Südamerika und Osteuropa, stieg die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen (Nfz) um 5,4 Prozent auf 69,9 Millionen Einheiten.

Mit einem Anstieg um 6,2 Prozent auf 2,9 Millionen Einheiten entwickelte sich die weltweite Produktion von mittleren und schweren Nutzfahrzeugen besser als zu Anfang des letzten Jahres erwartet.

Umsatz
Im Geschäftsjahr 2007 erzielte der MAHLE Konzern einen Umsatz von 5,06 Milliarden Euro; dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 746,4 Millionen Euro oder 17,3 Prozent.

Ein Großteil des Umsatzwachstums resultierte dabei aus erstmals in den Konzernabschluss einbezogenen neu akquirierten Gesellschaften und erworbenen Unternehmensteilen (541,9 Millionen Euro; 12,6 Prozent). Nachteilig auf den im Berichtsjahr ausgewiesenen Euro-Umsatz wirkten sich Währungskursveränderungen in Höhe von insgesamt 105,3 Millionen Euro aus. Währungsbereinigt erzielte der Konzern ein Wachstum von 20 Prozent, wovon 7 Prozent auf eine organische Geschäftsausweitung entfielen.

Die Entwicklung des MAHLE Konzerns lag damit deutlich über der Entwicklung des Gesamtmarktes. Dieser Erfolg ist vor allem auf den Zugewinn von Marktanteilen in Europa und Südamerika sowie auf zunehmende Umsatzerlöse aus Systemlieferungen zurückzuführen, die aufgrund der technologischen Kompetenz des MAHLE Konzerns verstärkt nachgefragt wurden.

Der in Deutschland produzierte Umsatz in Höhe von 1.285 Millionen Euro konnte im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent gesteigert werden.

Ergebnis
Während der Umsatz des Konzerns ein Wachstum von 17,3 Prozent aufwies, konnte das Vorsteuerergebnis lediglich um 4,6 Prozent von 294,6 Millionen Euro (2006) auf 308,1 Millionen Euro (2007) gesteigert werden. Die Steigerung des Vorsteuerergebnisses konnte erfreulicherweise in eine Steigerung des Jahresüberschusses (Nachsteuerergebnis) von über 16 Prozent überführt werden.

Ergebnisbelastend wirkten sich vor allem erheblich gestiegene Rohstoffkosten, die nur unzureichend an die Kunden weitergegeben werden konnten, Verminderungen der Verkaufspreise sowie Fremdwährungsveränderungen aus. Außerdem belastete ein Teil der neu erworbenen Einheiten erwartungsgemäß das Ergebnis durch zügig eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen zur mittel- und langfristigen Optimierung des Produktionsnetzwerks.


Investitionen
MAHLE hat auch 2007 mit 309 Millionen Euro deutlich über dem Abschreibungsniveau von 240 Millionen Euro in neue Maschinen, Einrichtungen und Gebäude investiert. Mit einer Investitionsquote von 6,1 Prozent vom Umsatz liegt MAHLE erneut deutlich über dem durchschnittlichen Investitionsniveau der Automobil- und der Automobil-Zulieferindustrie. Dieses langfristige und strategisch ausgerichtete Investitionsverhalten des MAHLE Konzerns demonstriert eindeutig die nachhaltige Wachstumsstrategie des Konzerns auf Basis modernster Produktions- und Prozesstechnologien sowie stetiger Innovationen.

Vom gesamten Investitionsvolumen entfielen 2007 ca. 150 Millionen Euro auf Europa und davon ca. 67 Millionen Euro auf die deutschen Standorte, in die damit im Vergleich zum Vorjahr ca. 8 Millionen Euro mehr investiert wurden. Neben der Verwendung für die Vorbereitung von neuen Kundenprojekten floss ein Großteil der Investitionen in Europa in den weiteren Ausbau von Kapazitäten, in Rationalisierungsprojekte sowie in die kontinuierliche Prozess- und Qualitätsverbesserung. Darüber hinaus wurden bereits in 2007 Investitionen in Millionenhöhe im Bereich Abgasturbolader getätigt – für MAHLE nicht nur eine neue Produktsparte, die ab 2008 in ein neues Joint Venture mit Bosch eingebracht wird. Abgasturboaufladung ist eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien für zukünftige Motorengenerationen.

Das Investitionsniveau für die südamerikanischen Standorte des Konzerns lag mit ca. 50 Millionen Euro deutlich über den Vorjahreswerten, während das Euro-Investitionsvolumen in Nordamerika um 3 auf ca. 49 Millionen Euro abnahm. In der Region Asien/Pazifik wurden ca. 54 Millionen Euro in Kapazitäts- sowie Produktportfolio-Erweiterungen investiert. Erwähnenswert ist hier insbesondere der Aufbau einer neuen Pleuelbearbeitung in Yingkou/China, die ab 2008 die Kunden lokal beliefern wird.

Mitarbeiterentwicklung
Im Geschäftsjahr 2007 beschäftigte MAHLE am Jahresende insgesamt 9.274 Mitarbeiter (+24 Prozent) mehr als im Jahr zuvor. Diese Zunahme ist vor allem auf die Einbeziehung der neu erworbenen Unternehmen, aber auch auf die organische Geschäftsausweitung an den bisherigen Standorten zurückzuführen. Damit hatte der MAHLE Konzern am 31.12.2007 insgesamt 47.877 Mitarbeiter.

 

Mitarbeiter nach Regionen

2006

2007

Europa

17.727

20.314

davon Deutschland

8.850

9.185

Nordamerika

3.650

7.325

Südamerika

9.870

11.649

Asien/Pazifik

7.356

8.589

Gesamt

38.603

47.877

 


Konzernentwicklung

Die Entwicklung des MAHLE Konzerns in den vergangenen 10 Jahren war von stetigem profitablem Wachstum geprägt. Der Umsatz entwickelte sich von 1,9 auf 5,1 Milliarden Euro, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,5 Prozent entspricht und damit deutlich über dem allgemeinen Industriewachstum liegt. Das Ergebnis stieg von 138 Millionen Euro auf 308 Millionen Euro und die Anzahl der weltweit Beschäftigten konnte mehr als verdoppelt werden.

MAHLE ist heute mit einem umfangreichen Produktportfolio für Motorkomponenten und Antriebsstrangsystemen der weltweit führende Anbieter und gehört mit allen seinen Produktgruppen zu den weltweit größten Lieferanten. Mit über 100 Produktionswerken ist MAHLE in allen Weltregionen und allen wesentlichen Automobilländern flächendeckend vertreten. Die globale Präsenz wird darüber hinaus durch die sieben internationalen Forschungs- und Entwicklungszentren demonstriert, an denen insgesamt mehr als 2.500 Entwicklungsingenieure beschäftigt sind.

2007 wurden weitere wesentliche und langfristig strategisch wichtige Bausteine für die Konzernweiterentwicklung hinzugefügt:

  • Die Akquisition des Dana Motorenteile-Geschäftsfeldes mit Standorten in 10 Ländern und ca. 5.000 Mitarbeitern stärkt vor allem unsere Produktgruppen Kolbenringe, Motorlager und Nockenwellen.
  • Durch die Übernahme des Siemens VDO Geschäftsfeldes Ansaugmodule und Luftfiltration konnte sich MAHLE zum weltweit größten Anbieter für Luftmanagement-Systeme für Verbrennungsmotoren etablieren.

Durch die gute Ergänzung von Standorten und Kundenprogrammen wird damit langfristig eine deutliche Positionsstärkung durch die Nutzung von Synergieeffekten möglich sein.

Insgesamt haben die Akquisitionen des Jahres 2007 sowie Neugründungen zu Beginn des Jahres 2008 zu einem deutlichen Wachstumsschub und einer weiter verstärkten globalen Präsenz des MAHLE Konzerns geführt. Bestand das Produktionsnetzwerk des MAHLE Konzerns Ende 2006 noch aus 80 Standorten, so waren es zu Beginn des Jahres 2008 bereits 110.


Ausblick auf das Geschäftsjahr 2008

Nach übereinstimmenden Schätzungen wird sich die globale Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2008 abschwächen, insbesondere aufgrund der Entwicklung der US-amerikanischen Konjunktur und deren Ausstrahlung auf andere Marktregionen. Außerdem wirken sich weiter steigende Rohstoff- und Energiepreise ebenfalls belastend auf das Wachstum aus. Dennoch kann auf globaler Ebene mit einem moderaten Anstieg des Welt-Bruttoinlandsprodukts gerechnet werden.

Die Ertragslage des MAHLE Konzerns wird 2008 vom zügigen Voranschreiten der Integration der in 2007 erworbenen größeren Einheiten geprägt sein – insbesondere der Unternehmensteile der Dana Corporation und von Siemens VDO. Die bereits begonnenen kostenintensiven Integrations- und Restrukturierungsmaßnahmen werden weiter konsequent fortgesetzt, um möglichst rasch die Realisierung der antizipierten Synergiepotenziale zu erreichen.

Ergebnisbelastende Effekte für 2008 werden zusätzlich durch weiter stark steigende Materialkosten erwartet. Ebenso werden steigende Personalkosten und höhere Aufwendungen für erweiterte Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten negative Ergebnisauswirkungen zeigen. Es ist geplant, diese Effekte durch ein ehrgeiziges Paket aus Produktivitäts- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen zu kompensieren. 2008 streben wir an, das Ertragsniveau von 2007 zu halten und in den folgenden Jahren durch die dann vollständig umgesetzten Synergieeffekte deutlich zu verbessern.