Presseinformation zum Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2009 und Jahresausblick des MAHLE Konzerns

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Stuttgart, 9. September 2009 – Nach Umsatzeinbrüchen von über 30 Prozent erwartet MAHLE im 2. Halbjahr eine leichte Erholung.

Weltwirtschaft in der stärksten Rezession seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts
Nach Einschätzung führender Wirtschaftswissenschaftler befindet sich die Weltwirtschaft mittlerweile in der stärksten Rezession seit den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund wurden die Prognosen für die erwartete Fahrzeugproduktion des laufenden Jahres nochmals angepasst. Für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wird aktuell erwartet, dass im Jahr 2009 die weltweite Produktion mit 52,6 Millionen Einheiten um 13,4 Millionen Einheiten (-20 Prozent) unter dem bereits schwachen Vorjahr liegen wird.

Geschäftsverlauf 2009
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres ging der Konzernumsatz um 850,5 Millionen Euro (-31,9 Prozent) gegenüber Vorjahr zurück. Erstkonsolidierungen milderten den Umsatzrückgang um 50,6 Millionen Euro ab. Wechselkursveränderungen des Euro zum US-Dollar, japanischen Yen und chinesischen RMB hatten einen positiven Einfluss auf den ausgewiesenen Umsatz in Höhe von 38,6 Millionen Euro (+1,4 Prozent). Die währungsbereinigten organischen Umsatzveränderungen betrugen damit -939,7 Millionen Euro (-35,2 Prozent).

Die überproportional hohen Umsatzrückgänge im ersten Halbjahr wurden durch drei wesentliche Faktoren hervorgerufen:

  • Massiver Bestandsabbau im Bereich des OE-Pkw-Geschäfts.

  • Deutliche überproportionale Produktionskürzungen im Nfz-Bereich.

  • Die Abwrackprämien-Programme führten zu massiven Marktanteilsverschiebungen in Europa von der Dieselmotorisierung zu preisgünstigeren Ottomotoren im Bereich der Kompaktklassen.

Ab dem zweiten Quartal 2009 verzeichneten auch die Non-Automotive-Bereiche, wie zum Beispiel die Produkte für Klein- und Großmotoren sowie die Industriefiltration, teilweise deutliche Umsatzrückgänge gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Um mittelfristig wieder das normale Umsatz- und Kapitalrendite-Niveau zu erreichen, wurden im ersten Halbjahr strukturelle Maßnahmen beschlossen, die deutlich über das 2008 eingeleitete Restrukturierungsprogramm hinausgehen.

Hierzu wurde auch eine deutliche Straffung der Organisationsstruktur und der Aufbauorganisation des Konzerns eingeleitet. Das bisher aus fünf Produktlinien bestehende Automotive-OE-Geschäft wurde in zwei Geschäftsbereiche zusammengefasst: Motorsysteme und -komponenten sowie Filtration und Motorperipherie. Ebenso wurde das Industriegeschäft des Konzerns in zwei Organisationseinheiten gebündelt. Mit diesem Schritt, der eine Verkleinerung von Geschäftsführung, Konzernleitung und eine Verringerung der Mitarbeiteranzahl auf allen Führungsebenen ermöglicht, wird in den nächsten zwölf Monaten eine 20-prozentige Reduzierung aller Overhead-Kosten erreicht.

Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiter zum 30. Juni 2009 wurde im Vergleich zum Vorjahr von 50.729 auf 44.431 verringert. Darüber hinaus wurde das Leiharbeitspersonal um 1.888 Personen reduziert. Die deutliche Verringerung der Mitarbeiterzahl im Konzern gelang insbesondere durch flexible Anpassungsmaßnahmen in Nord- und Südamerika, während an den meisten europäischen Standorten Kurzarbeit eingeführt und die wöchentliche Arbeitszeit verringert wurde. An den meisten Standorten mit Kurzarbeit war jedoch im Vergleich zu einer Normalauslastung der Werke ein Produktivitätsverlust zu verzeichnen.

Die Zahl der in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sank im Vorjahresvergleich von 9.280 auf 8.804. Für die deutschen Standorte ist mit den betrieblichen Gremien eine generelle Verlängerung der Kurzarbeitsvereinbarung bis Mitte 2010 vereinbart worden.

Jahresausblick
Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartet MAHLE eine Beruhigung der Marktsituation und in einzelnen Marktsegmenten eine leichte Belebung. Im europäischen und im nordamerikanischen Markt erwarten wir im zweiten Halbjahr eine anhaltende schwierige Entwicklung, während Südamerika und Teilbereiche Asiens, hier insbesondere China, bereits in den vergangenen Monaten wieder erfreuliche Wachstumsraten und positive Ergebnisse gebracht haben.

Die bisher eingeleiteten Maßnahmen haben dazu geführt, dass sich die Ergebnisentwicklung monatlich verbessert hat und für das zweite Halbjahr ein Break-Even-Ergebnis erreichbar ist. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein stabiles Umsatzniveau im zweiten Halbjahr, das zu einem Jahresumsatz von ca. 3.750 bis 3.900 Millionen Euro führen würde. Dies würde einem Umsatzrückgang von 22 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprechen.

MAHLE Kindertagesstätte
Am 22. Juli 2009 fand der erste Spatenstich zum Bau eines Betriebskindergartens für Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Stuttgart statt.

Auf dem Firmengelände an der Glockenstraße wird ein zweistöckiges Gebäude entstehen, in dem auf beiden Etagen für circa 20 Krippenkinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren sowie für etwa 20 weitere Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren der erforderliche Platz für die Kinderbetreuung geschaffen wird. Geplant ist eine Öffnungszeit von Montag bis Freitag, jeweils von 7.00 bis 19.00 Uhr.

MAHLE will mit dieser Einrichtung die Rückkehr von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Beruf nach Mutterschutz und Elternzeit aktiv unterstützen – und das durchaus im eigenen Interesse: So können sie ihr Fachwissen und ihre betriebliche Erfahrung auch während der Zeit der Kindererziehung weiterhin in das Unternehmen einbringen.

Die Eröffnung ist für das vierte Quartal 2009 vorgesehen.

Finanziert wird die Einrichtung zum einen durch Zuschüsse der öffentlichen Hand, zum anderen durch MAHLE und die Eltern selbst.

Vorschau IAA 2009
Der Verbrennungsmotor hat noch großes Potenzial. MAHLE sieht gute Chancen, allein die CO2-Emissionen durch Optimierungen am Verbrennungsmotor und am Gesamtfahrzeug um bis zu 40 Prozent zu verringern, und dies zu vertretbaren Mehrkosten von zwei- bis dreitausend Euro pro Fahrzeug.

Auf der IAA 2009 stellt MAHLE daher schwerpunktmäßig Technikfelder vor, die ein besonders hohes Optimierungspotenzial versprechen. Dazu gehören:

  • Minimierung der Reibleistung (Power Cell Unit – PCU, Ventiltriebsysteme, geregelte Öl- und Kühlmittelpumpen)

  • Optimierung des Ladungswechsels (CamInCam®-Nockenwelle, Zylinderabschaltsystem)

  • Verbesserung des Verbrennungsprozesses (Abgasrückführungs-Technologien)

  • Downsizing (MAHLE Technologie-Demonstrator, Abgasturboaufladung)


Detaillierte Informationen zu den Produktneuheiten auf der IAA 2009 stehen ab dem 15. September im MAHLE Internet zur Verfügung.