Presseinformation zum Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2010 und Jahresausblick

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Stuttgart, 6. September 2010 – Nach Umsatzeinbrüchen 2009 ist es MAHLE gelungen, im 1. Halbjahr 2010 in die Gewinnzone zurückzukehren.

Erholung der Weltwirtschaft schneller als erwartet
Im OECD-Raum ist die Wirtschaftsleistung 2010 erstmals seit fünf Quartalen wieder gestiegen; sie erreichte im ersten Quartal im Jahresvergleich ein Plus von 2,5 Prozent. Auch die konjunkturelle Situation der Automobilindustrie hat sich insgesamt weiter verbessert. Während die Entwicklung in Europa nach wie vor von gewissen Unsicherheiten geprägt ist, verzeichnen die Märkte in Asien – allen voran China – und in NAFTA eine deutlich positive Tendenz. Mit 67,7 Millionen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen übertrifft die aktuelle Prognose für 2010 den Vorjahreswert um 16 Prozent. Bei Nkw und Bussen wird mit einer Steigerung der Produktion um 17 Prozent gegenüber dem sehr schwachen Vorjahr gerechnet.

Geschäftsverlauf
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2010 übertraf der Umsatz des MAHLE Konzerns mit 2,5 Milliarden Euro den Vorjahreswert um 37,6 Prozent. Die um Erstkonsolidierungen und Wechselkurseffekte bereinigte organische Umsatzveränderung betrug 32,8 Prozent.

So erfreulich diese Zahlen auf Konzernebene sind, so unterschiedlich sind sie zu werten, betrachtet man die regionale Ebene. Zieht man als Vergleichsbasis das erste Halbjahr 2008 heran – dies deshalb, weil dieser Zeitabschnitt der letzte „normale“ vor dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise war – dann werden deutliche Strukturveränderungen sichtbar. Während MAHLE im ersten Halbjahr 2008 noch 56 Prozent des Umsatzes in Europa erwirtschaftet hat, sank dieser Anteil im ersten Halbjahr 2010 auf 48 Prozent. Der Anteil von Asien und Südamerika stieg im selben Zeitraum von 27 auf 35 Prozent. Man erkennt an diesen Zahlen sehr deutlich, wo die Wachstumsmärkte der Automobilindustrie liegen, und dass MAHLE sehr gut daran getan hat, frühzeitig in diese Märkte zu investieren.

Getragen durch das deutliche Umsatzwachstum in Verbindung mit den 2008/2009 eingeleiteten Kostensenkungs- und Strukturmaßnahmen ist es uns gelungen, im ersten Halbjahr 2010 wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, wobei insbesondere die Regionen Asien und Südamerika zu dieser erfreulichen Entwicklung beigetragen haben. Im zweiten Halbjahr wird das Umsatzwachstum zwar voraussichtlich deutlich geringer ausfallen, wir gehen aber dennoch von einer generellen Stabilisierung der Märkte aus. Insgesamt sehen wir beim Gesamtjahresumsatz ein Potenzial von circa 4,9 Milliarden Euro, was einem Umsatzwachstum im Vergleich zu 2009 von circa 27 Prozent entsprechen würde.


Mitarbeiter
Die Anzahl der Mitarbeiter ist im Jahresvergleich weltweit von 44.431 auf 44.799 unwesentlich gestiegen, in Deutschland ist sie von 8.804 auf 8.440 gesunken. Diese Zahl hat sich aber durch die Vollkonsolidierung von MAHLE Behr Industry ab 1. Juli 2010 wieder um rund 950 Mitarbeiter erhöht. Der Umfang der Kurzarbeit wurde im 1. Halbjahr 2010 schrittweise zurückgefahren. Für einige Werks- und Funktionsbereiche musste jedoch eine Verlängerung der Kurzarbeitsregelungen vereinbart werden.

Im Mai haben wir für die deutschen Standorte einen Ergänzungstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung und Einführung einer neuen Entgeltstruktur abgeschlossen. Kernpunkte sind der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen vor dem 31. März 2013, neue Regelungen zur Berechnung des Leistungsentgelts, eine Verschiebung der Tariferhöhung 2011, verbesserte Regelungen zur Altersteilzeit, die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und die Einrichtung von Produktions- und Dienstleistungsgesellschaften zur Aufnahme von Mitarbeitern, die von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind.


Konzernentwicklung
MAHLE hat nicht nur mit Kosten- und Strukturanpassungen auf die Krise reagiert, sondern die Zeit auch genutzt, sich strategisch noch besser im Hinblick auf die langfristige Zukunft aufzustellen. Durch die Beteiligungen an Behr Industry und der Behr-Automotive-Gruppe sind wir in der Lage, am wachstumsträchtigen Geschäftsfeld des energieeffizienten Thermomanagements zu partizipieren – sowohl im Automobilbereich als auch im Industriegeschäft.

Der Industrie-Geschäftsbereich der Behr-Gruppe erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 178 Millionen Euro und beschäftigt derzeit circa 950 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland und den USA. Hauptprodukte sind Kühl- und Klimatisierungssysteme für Schienen- und Sonderfahrzeuge, Busse, Schiffe, Bau- und Landmaschinen sowie die Luftfahrtindustrie und stationäre Großmotoren zur Energieerzeugung. Behr Industry firmiert seit dem 1. Juli 2010 unter dem Namen MAHLE Behr Industry und bildet zusammen mit den MAHLE Industrieaktivitäten für Großmotoren und Industriefiltration den neuen MAHLE Geschäftsbereich „Industry“ mit einem jährlichen Umsatzvolumen von circa 500 Millionen Euro.

Außerdem wird MAHLE in mehreren Stufen Gesellschaftsanteile an Behr übernehmen. Die beiden ersten Stufen der Beteiligung erfolgen durch eine einseitige Kapitalerhöhung durch MAHLE. In der ersten Stufe (2010) beteiligt sich MAHLE mit 19,9 Prozent; in der zweiten Stufe (Anfang 2011) erfolgt eine Erhöhung der Beteiligung auf 36,85 Prozent. Darüber hinaus regelt der Vertrag einerseits, dass MAHLE durch die Ausübung einer Call Option ab dem Jahr 2013 die Mehrheit an Behr übernehmen kann. Andererseits eröffnet er den gegenwärtigen Behr-Gesellschaftern die Möglichkeit, über einen Zeitraum von zehn Jahren ihre Anteile an MAHLE zu veräußern. Die Beteiligung eröffnet beiden Unternehmen für die Zukunft ein erhebliches Zusatzpotenzial am Markt für komplette Systemlösungen im Bereich des Antriebsstrangs moderner Pkw und Nutzfahrzeuge. Die Produktportfolios sind komplementär und ergänzen sich hervorragend. Beispiele sind komplette Abgasrückführungsmodule und Ansaugsysteme mit integrierten Ladeluftkühlern. Darüber hinaus ist die Thematik „Effizientes Thermomanagement“ inklusive Heizung und Kühlung für neue Fahrzeuggenerationen von besonderer Bedeutung bei der weiteren Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Dies ist auch im Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung alternativer Antriebssysteme vom Hybrid- bis hin zu Fahrzeugen mit reinem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb zu sehen. Mittelfristig ergibt sich ein Umsatzpotenzial von circa zehn Milliarden Euro. Die MAHLE Geschäftsführer Prof. Dr. Heinz Junker und Dr. Bernhard Volkmann sollen als neue Mitglieder in den Behr-Aufsichtsrat berufen werden.

Vorschau auf die IAA 2010
Auf der IAA 2010 stellt MAHLE schwerpunktmäßig folgende Technikfelder vor, die ein besonders hohes Optimierungspotenzial versprechen:

 

  • Innovative Kühlungslösungen von MAHLE Behr Industry für Off-Highway-Fahrzeuge

  • Innovative Klimatisierungslösungen für Omnibusse

  • EURO-VI-Technologien mit ausschließlicher Abgasrückführung oder mit Abgasrückführung plus SCR-Technik

  • Eine neuartige Ventiltechnologie zur bedarfsgeregelten Abgasrückführung, die bei deutlicher NOx-Reduzierung zu keinem zusätzlichem Kraftstoffmehrverbrauch führt

  • Gewichtsoptimierte gebaute Nockenwellen mit reibungsarmen Wälzlagern, die ein deutliches CO2-Einsparpotenzial bei Nutzfahrzeugmotoren bieten

  • Innovative und umweltfreundliche Filtrationssysteme für die Abscheidung unerwünschter Medien aus den Kraftstoff- und Ölkreisläufen

 

Detaillierte Informationen zu den Produktneuheiten auf der IAA 2010 stehen ab dem 21. September hier im MAHLE Internet zur Verfügung.