Nockenwellen

Rein mechanisch betrachtet ist es die Aufgabe der Nockenwelle, die rotatorische Bewegung der Kurbelwelle mit Hilfe des Nockenprofils in eine oszillierende Bewegung der Nockenfolger umzuwandeln. Die Form des Nockenprofils definiert den Ventilhub und ist damit ein grundlegender Stellhebel für die Auslegung des Ladungswechsels und somit der Verbrennung.
Durch Weiterentwicklungen beim Leichtbau und reibungsarme Lagerungen der Welle, aber auch durch Funktionserweiterungen, zum Beispiel für den variablen Ventiltrieb, birgt die Nockenwelle erhebliches Potenzial zur Effizienzsteigerung des Motors. Für die unterschiedlichen Anwendungen und Anforderungen (wie Lebensdauer, Kosten, Gewicht, Reibung, Geräusch, Zusatzfunktionen) steht eine große Auswahl an verschiedenen Nockenwellenkonstruktionen zur Verfügung.

Als wesentlichen Beitrag zur Optimierung des gesamten Ventiltriebs hat MAHLE gebaute Nockenwellen auf Basis von Präzisionsstahlrohren mit Nocken aus Stahl und Sinterwerkstoffen entwickelt. Sie verdrängen wegen ihres modularen Aufbaus und ihrer Vielfältigkeit zusehends andere Formen der Nockenwelle. Eine gebaute Nockenwelle ist bis zu 45 Prozent leichter als eine gegossene oder geschmiedete Nockenwelle. Antriebs- und Abtriebselemente werden designorientiert mit verschiedenen Fertigungsverfahren und Werkstoffen ausgeführt.

Zur Produktion von gegossenen Nockenwellen wird in erster Linie der Schalenhartguss eingesetzt. Für hohe Anforderungen im Rollkontakt können auch Gussnockenwellen mit induktiv gehärteten Nocken verwendet werden. Um das Gewicht zu reduzieren, können die Wellen zylindrisch oder profiliert hohl gegossen werden.

Die Gussproduktion findet auf hochmodernen und vollautomatischen Produktionsanlagen statt. Eine breite Palette von Standardwerkstoffen, aber auch Spezialwerkstoffe für spezifische Kundenanforderungen stehen zur Verfügung. Moderne Bearbeitungszentren und vollautomatisch arbeitende CBN-Schleifmaschinen garantieren eine konstant hohe Qualität.